Donnerstag, 19. Oktober 2017

Studien

E-Mobilität: Bürger sehen Politik in der Pflicht

%%%E-Mobilität: Bürger sehen Politik in der Pflicht%%%


Die Bundesbürger sehen neben den Herstellern auch die Politik in die Pflicht, E-Mobilität weiter auszubauen. So sind für 40 Prozent der Deutschen die Automobilhersteller am stärksten in der Verantwortung, 42 Prozent dagegen die Politik. Mit großem Abstand folgen dahinter die Verbraucher selbst (11 %), Umweltverbände (3 %) und Automobilclubs (2 %). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

"Durch Elektromotoren erhält das Auto nicht nur einen neuen Antrieb, sondern wir werden eine völlig neue Form der Mobilität erleben. Zusammen mit Technologien zum autonomen Fahren und Internet-Plattformen werden Car-Sharing und On-Demand-Shuttles in den Ballungsräumen das eigene Auto immer häufiger ersetzen", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. "Damit diese Veränderung möglich ist, muss auch die Infrastruktur für E-Mobilität in kurzer Zeit aufgebaut werden. Dazu müssen Politik, etablierte Automobilhersteller, Energieversorger und nicht zuletzt Digitalunternehmen und Start-ups eng zusammenarbeiten."

Ausbau von Elektrotankstellen und Ladesäulen soll vorangetrieben werden

Von der Politik wünscht sich die große Mehrheit der Bundesbürger Maßnahmen zum flächendeckenden Ausbau von Elektrotankstellen und Ladesäulen (74 %). Mit deutlichem Abstand folgen dahinter finanzielle Kaufanreize wie höhere Kaufprämien für Elektroautos (48 %), Steuerprivilegien für E-Fahrzeuge (45 %) oder eine Abwrackprämie für Autos mit Verbrennungsmotor (19 %). Jeder Dritte (36 %) hält Privilegien im Straßenverkehr für E-Autos für ein geeignetes Mittel, etwa kostenloses Parken oder die Erlaubnis zur Nutzung von Busspuren. Nur eine Minderheit würde zu drastischen Mitteln wie einer Quote für E-Autos oder Fahrverboten für Autos mit Verbrennungsmotor (je 8 %) greifen. "Die Bürger glauben offenbar daran, dass sich E-Autos durchsetzen, sobald die Ladeinfrastruktur steht", sagt Rohleder. "Dieses Henne-Ei-Problem müssen wir jetzt lösen. Verbote und Quoten sollten dann überflüssig werden."

Eine Mehrheit der Bevölkerung ist sich sicher, dass bereits in wenigen Jahren Elektroautos unser Leben verändert haben werden. Bereits 2030 werden nach Ansicht von drei Viertel (76 %) der Befragten E-Autos den Verkehrslärm und die Umweltverschmutzung in Ballungsräumen merkbar reduziert haben. Zwei Drittel (65 %) sind sich sicher, dass es dann ein flächendeckendes Netz an E-Tankstellen und Ladesäulen geben wird. Und mehr als jeder Zweite (56 %) geht davon aus, dass Elektroautos 2030 deutlich günstiger sein werden als heute – und dass es in den meisten deutschen Innenstädten ein Fahrverbot für Autos mit Verbrennungsmotor geben wird (54 %).



zurück

() 28.09.2017


Druckansicht

Artikel empfehlen