Stadtgutscheine sollen Kaufkraft vor Ort halten und lokale Anbieter stärken. Klassische Gutscheinsysteme sind jedoch häufig mit zusätzlichem Aufwand verbunden: Händler müssen als Akzeptanzstellen gewonnen und betreut werden, je nach Modell kommen eigene technische Lösungen hinzu. Gleichzeitig müssen immer wieder Menschen dafür gewonnen werden, die Gutscheine zu kaufen. Die Dinklager Bürgeraktion e. V. verfolgt mit der DinklageCard seit 2023 einen anderen Ansatz.
Lokale Kaufkraft trifft Mitarbeiterbenefit
Statt allein auf Bürgerinnen und Bürger zu setzen, die Stadtgutscheine etwa zu Geburtstagen und Weihnachten verschenken, bindet die Dinklager Bürgeraktion örtliche Arbeitgeber ein. Gemeinsam mit givve entwickelte sie die DinklageCard und stellte das Modell den Unternehmen vor. Diese können ihren Beschäftigten beispielsweise monatlich einen steuer- und sozialabgabenfreien Sachbezug von bis zu 50 Euro gewähren. Das Guthaben wird auf die DinklageCard geladen und kann innerhalb des festgelegten Gebiets eingesetzt werden. So fließt Monat für Monat Kaufkraft in den lokalen Handel, ohne dass dafür immer wieder neue Gutscheine verkauft werden müssen.
Auch für die Arbeitgeber löst das Modell ein konkretes Problem. Viele hatten für den Sachbezug bislang Tankgutscheine genutzt, die bei den Beschäftigten zunehmend an Attraktivität verloren, da sie nur an Tankstellen eingesetzt werden konnten. Die DinklageCard bietet den Mitarbeitenden wesentlich mehr Auswahl.
Ohne eigenes Händlernetz
Für die DinklageCard muss kein eigenes Händlernetz aufgebaut werden. Die Karte nutzt das bestehende Mastercard-Netzwerk und ist zugleich auf ein festgelegtes Postleitzahlengebiet begrenzt. Geschäfte in dieser Region, die bereits Mastercard-Zahlungen akzeptieren, können ohne gesonderte Anmeldung mit der DinklageCard genutzt werden. Für sie sind weder eine separate Gutschein-App noch zusätzliche Bezahl- oder Abrechnungsprozesse erforderlich.
„Die Verwaltung der Karte, die wir über givve beziehen, fordert auf unserer Seite keine immense Bindung an Mitarbeiterkapazitäten oder einen zusätzlichen Kostenblock“, erklärt Verena Peters von der Dinklager Bürgeraktion e. V. Inzwischen ist praktisch der gesamte Dinklager Einzelhandel Akzeptanzstelle der Karte.
Auch für die Arbeitgeber bleibt die Verwaltung einfach: Über ein Online-Portal laden sie den monatlichen Sachbezug direkt auf die Karten ihrer Beschäftigten. Kleinere Betriebe hatten anfangs Bedenken beim Wechsel vom analogen Tankgutschein zur digitalen Lösung. “Diese Sorge war unbegründet“, sagt Peters. “Das Portal ist selbsterklärend und einfach zu bedienen.”
Vita zum Autor:
Adrian von Nostitz ist seit 2015 CMO und CSO bei givve und leitet den Vertrieb im öffentlichen wie im privaten Sektor, das Marketing sowie das Partnermanagement. Damit verantwortet er die Kommunikation und den vertrieblichen Erfolg des Unternehmens. Er trat dem Management-Team von givve bei, als das Unternehmen Ende 2014 den ersten Pivot von einem B2C zum B2B Geschäftsmodell vollzog. Im Jahr 2015 startete von Nostitz bei givve mit 600 Business-Kund:innen. Heute sind es bereits über 23.000. Sein Fokus liegt auf dem Business Development, einschließlich der produktstrategischen Ausrichtung sowie der Sicherstellung und Optimierung einer effizienten Arbeitsweise.
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