Montag, 24. Februar 2020

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Studien

Edelman Trust Barometer: Die Deutschen schauen pessimistisch in die Zukunft

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Edelman-CEO Christiane Schulz: "Der Druck auf die Institutionen nimmt zu – vor allem, wenn man sich die Einstellung der Deutschen gegenüber der Zukunft anschaut."; Foto: Edelman

Edelman-CEO Christiane Schulz: "Der Druck auf die Institutionen nimmt zu – vor allem, wenn man sich die Einstellung der Deutschen gegenüber der Zukunft anschaut."; Foto: Edelman

Die Bevölkerung zeigt kein großes Vertrauen in die gesellschaftlichen Institutionen. Obwohl das Vertrauen sowohl global als auch in Deutschland leicht wächst, schauen die Menschen eher pessimistisch in die Zukunft. Das geht aus dem aktuellen 20. Edelman Trust Barometer hervor. Darin hat die Agentur über 34.000 Menschen in 28 Märkten zu ihrem Vertrauen befragt.

Die Umfrage zeigt: Die Deutschen vertrauen den Institutionen noch immer nicht ("Distrust-Bereich" bei Trust-Score unter 49 %). Somit belegen sie im globalen Vertrauensranking lediglich Platz 19 von 28 Märkten. In Deutschland klettert das Vertrauen von 44 Indexpunkten im vergangenen Jahr nur leicht auf 46 Indexpunkte 2020. Die vertrauenswürdigste Institution sind hierzulande die Medien (49 %, +5 % Punkte) vor Wirtschaft (48 %, +1 % Punkte), Regierung (45 %, +5 % Punkte) und NGOs (43 %, -1 % Punkte). Global liegt das Vertrauen in die vier Institutionen Regierung, Wirtschaft, Medien und NGOs bei 54 Indexpunkten und konnte damit 2020 um einen Indexpunkt zulegen.

"Es ist zwar erfreulich, dass sich das Vertrauen der Gesamtbevölkerung in Deutschland leicht erholt hat. Im internationalen Vergleich sind 46 Indexpunkte dennoch kein guter Wert. Der Druck auf die Institutionen nimmt zu – vor allem, wenn man sich die Einstellung der Deutschen gegenüber der Zukunft anschaut. Unternehmen müssen das klare Signal als Motivation verstehen, weiter am Vertrauen zu arbeiten", sagt Christiane Schulz, CEO von Edelman Deutschland.

Die pessimistischen Deutschen
Erstaunlich, denn der deutschen Wirtschaft geht es im Vergleich zu vielen anderen Ländern sehr gut. Nichtsdestotrotz blicken laut Umfrage nur 23 Prozent der Deutschen optimistisch in ihre ökonomische Zukunft. Deutschland ist damit das drittpessimistischste Land nach Japan (15 %) und Frankreich (19 %)! Ferner geht aus der Studie hervor, dass die Menschen am System zweifeln: Lediglich 12 Prozent der deutschen Befragten (global 18 %) geben an, dass das aktuelle System für sie arbeitet, 55 Prozent (global 56 %) finden, dass der Kapitalismus in seiner heutigen Form mehr schadet als hilft.

"Die Menschen sind bei der Klimakrise, im technologischen Wandel und in politisch unruhigen Phasen weiter auf der Suche nach Antworten. Zuletzt verlangten sie dafür besonders den Einsatz der Unternehmen. Weil die Wirtschaft jedoch bislang keine ausreichenden Antworten gibt, stellen immer mehr Menschen das kapitalistische System selbst in Frage", erklärt Schulz.

Große Kluft zwischen informierter und breiter Öffentlichkeit
Das Trust Barometer 2020 belegt zudem: Die Vertrauenskluft zwischen der informierten und der breiten Öffentlichkeit ist enorm – noch nie war in so vielen Märkten der Unterschied größer. Während das Vertrauen der informierten Öffentlichkeit global bei 65 Punkten liegt, ist das Vertrauen der breiten Öffentlichkeit 14 Punkte niedriger (51 Punkte). In Deutschland zeigt sich sogar ein massiver Unterschied von 20 Punkten (informierte Öffentlichkeit 64 Punkte vs. breite Öffentlichkeit 44 Punkte)

Fazit
Das Fazit von Edelman lautet: "Eine einzelne Institution kann das Vertrauensruder nicht herumreißen. Vielmehr ist Zusammenarbeit gefordert. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Unternehmen den Wandel nicht allein anführen können. Vielmehr sollten sie eine stärkere Rolle einnehmen und Katalysator für Veränderung sein."


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(yw) 21.01.2020


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