Montag, 17. Juni 2019

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Kampagne "Die Welt bereichert Dresden. Jeden Tag" erhält Auszeichnung

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Neben Großflächenplakaten und City Light-Postern wurden auch 30.000 Gratispostkarten gedruckt; Foto: VOR Werbeagentur

Eine Kampagne von Dresdner Wirtschaftsakteuren hat Anfang Dezember den "Politikaward" des Magazins politik&kommunikation in Berlin erhalten. Der Preis für die Kampagne "Die Welt bereichert Dresden. Jeden Tag" wurde in der Kategorie "Öffentlicher Sektor" verliehen. Zu den Wettbewerbern in dieser Kategorie zählten unter anderem die "G7 #welcomedahoam"-Kampagne der Bayrischen Staatskanzlei, die Sauberkeitskampagne 2015 der Berliner Stadtreinigung sowie die Klimaschutzkampagne des Bundesumweltministeriums.

Auf Großflächen- und City Light-Plakaten wirbt die Dresdner Kampagne seit April dieses Jahres mit Reimen für die Vielfalt von Nationen und Kulturen in der sächsischen Metropole. Zudem wurde unter www.bereichert-dresden.de eine Seite eingerichtet, auf der sich die Bürger auch beteiligen konnten.

Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert sagt: "Das ist ein gutes Beispiel für ein gelungenes Engagement der Dresdner Wirtschaft für Toleranz und Weltoffenheit. Für Dresden und darüber hinaus ist es ein wichtiges Zeichen wenn sich Firmen für das Miteinander von Menschen mit verschiedener Herkunft und Sprache einsetzen. Gleichzeitig wünsche ich mir noch viel mehr solcher Aktionen bzw. ähnlichen tollen Kampagnen."

Die durchaus umstrittene Gemeinschaftskampagne wird von den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB), dem regionalen Energieversorger DREWAG, der Stadtreinigung Dresden, der Städtentwässerung Dresden, der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, dem Lokale Agenda 21 für Dresden e.V. und der Landeshauptstadt Dresden mit Unterstützung der Dresden Marketing GmbH getragen. Die Kreation lag in den Händen der ortsansässigen VOR Werbeagentur.

Die Initiative wendet sich an die Dresdner und entstand vor der Pegida-Bewegung. Ziel sei es, nicht zu belehren, sondern die Dresdner mittels der zur Stadtgeschichte gehörenden und geliebten Versform mit Humor zum Nachdenken und Reflektieren anzuregen: Nachdenken über die kulturelle Vielfalt ihrer Stadt damals wie heute und die bereichernden internationalen Einflüsse darin zu erkennen, so die Macher. "In einer zweiten Stufe wurden die Bürger selbst aufgefordert zu dichten - was sie in großer Zahl taten. Auch die Gegner der Kampagne antworteten teilweise in Versform. Ein Zeichen, dass das zweite Ziel der Kampagne, die Rekultivierung des Austausches und die Involvierung, erreicht wurde. Die Kampagne zeigt, dass Dresden mehr als Pegida ist und beileibe nicht schweigt."

Peter Pfau, Geschäftsführer der VOR Werbeagentur, richtete bei der Preisverleihung im TIPI am Kanzleramt einen Appell an die Dresdner, mehr Gesicht zu zeigen, für ihre Stadt und deren Ansehen zu kämpfen und sie nicht wortlos Pegida zu überlassen. Er plädierte außerdem dafür, genauer nach Dresden und die vielfältigen Initiativen und Engagements zu schauen und nicht pauschal zu verurteilen.

Die Stadt Dresden und ihr Tourismusgeschäft leiden zunehmend unter den fremdenfeindlichen Pegida-Demonstrationen. Im ersten Halbjahr 2015 gingen die Übernachtungszahlen um 2,3 Prozent zurück (Übernachtungen Inland:-3,4 %; Übernachtungen Ausland: -2,1 %). Rund 1,85 Millionen Übernachtungen zählte die Elbstadt in diesem Jahr, 2014 waren es von Januar bis Juni noch 1,91 Millionen.



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() 11.12.2015


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