
Die Kampagnenmotive wurden mit KI generiert – Foto: Straight, Forward & Partners
Gentest-Angebot
#AfDnee kontert das Narrativ der "Biodeutschen"
Die neueste Aktion der Initiative #AfDnee von Demopuk und der Agentur Straight, Forward & Partners greift das völkisch-nationalistische Narrativ der "Biodeutschen" auf. Mit dem Begriff werden Menschen vor dem Hintergrund vermeintlich biologischer Abstammungskriterien als "echte" oder "reine" Deutsche stilisiert. 2024 wurde er zum Unwort des Jahres gewählt, da er "eine rassistische, biologistische Form von Nationalität konstruiert".
Im Rahmen der Kampagne fordert #AfDnee Menschen, die sich selbst als "biodeutsch" bezeichnen, dazu auf, einen Gentest zu machen und damit ihren "deutschen Stammbaum" nachzuweisen. Sollte das Ergebnis "100-prozentig deutsch" ergeben, übernimmt die Initiative die Kosten für den Test. Die Krux an der Sache: Herkunftstests weisen keine Nationalitäten aus, sondern untersuchen, welche Genvarianten in welcher Region am häufigsten vorkommen, und schätzen anhand dessen potenzielle Herkunftsregionen. Mit dem Angebot eines Gentests will #AfDnee zeigen, dass der Begriff "biodeutsch" wissenschaftlich nicht belegbar ist.
"Politiker und Fans der AfD unterscheiden zwischen 'Biodeutschen' und 'Passdeutschen' – das widerspricht der im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichheit vor dem Gesetz und ist klar rassistisch", sagt Philipp Jacks von der Initiative #AfDnee. "Unsere DNA kennt keine Grenzen: Sie ist das Ergebnis jahrtausendelanger Vermischung – das sichert unser Überleben. Manche halten sich dennoch für 100 Prozent biologisch Deutsch - was auch immer das sein soll. Die sollen mal einen DNA-Test machen. Sollten deren Gene 100 Prozent deutsch sein, übernehmen wir die Kosten!" Stefan Schmidt, Co-Founder von Straight, Forward & Partners ergänzt: "Völkischem Denken und Rassismus kommt man manchmal nicht bloß mit Kommunikation bei. Da hilft eher: Probieren geht über Studieren."
Die Kampagne läuft seit August 2026 und wird vor allem über die sozialen Medien ausgespielt. Zudem wird sie auf die #AfDnee-Seite verlängert, auf der Faktenchecks und Hintergrundinformationen zur AfD gebündelt werden. Die Aktion reiht sich in eine Vielzahl von Kampagnen von #AfDnee ein. Seit ihrem Start im Jahr 2023 hat die Initiative mehrere Aufklärungskampagnen und -kalender realisiert.
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