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Unter dem Hashtag #demokratierelevant möchte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten ihre Arbeit greifbarer machen – Screenshots: Instagram-Kanal @gedenkstaettenbrandenburg (25.08.2026)

Demokratie-Aktion

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten startet Social-Media-Offensive

Mit der Kampagne #demokratierelevant wollen die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten mit Sitz in Oranienburg und das Netzwerk Digital History and Memory gemeinsam auf die Gefahr rechtsextremer Geschichtsnarrative sowie auf die Bedeutung einer kritischen Erinnerungskultur für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aufmerksam machen. „Durch rechtsextreme Geschichtsnarrative ist die kritisch-reflektierende Erinnerungskultur gefährdet”, erklärt Axel Drecoll, Direktor der Stiftung. „Gruppenbasierte Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung nehmen immer bedrohlichere Züge an. Wir müssen alles daransetzen, diese Entwicklung zu stoppen – im analogen und im digitalen Raum.“

Die Offensive läuft bewusst ausschließlich in den sozialen Medien wie Instagram, Facebook und Bluesky. „Rechtsextreme Gegnerinnen und Gegnern der Erinnerungskultur sind in den sozialen Medien unglaublich aktiv und präsent. Deswegen gehen wir als Netzwerk Digital History and Memory mit der Kampagne genau dorthin, um der Erinnerungs- und Bildungsarbeit der Gedenkstätten dort eine Stimme zu geben“, sagt Arne Jost, Sprecher des Netzwerks Digital History and Memory.

In mehreren Carousel-Posts setzen die Initiatoren auf sprachliche Überspitzung und machen sich das rechte Narrativ zu eigen, dass Themen wie Inklusion, Vielfalt etc. gefährlich seien. Dabei machen sie deutlich, dass eine kritische Aufarbeitung von völkischen Ideologien und der NS-Verbrechen für diejenigen „gefährlich“ ist, die Geschichte umdeuten, relativieren oder verdrängen wollen, um ihre politischen Ziele zu erreichen. Gleichzeitig heben die Beiträge die Arbeit der Gedenkstätten hervor. Dazu gehört die kritische Aufarbeitung der Gewaltgeschichte und der deutschen Diktaturen, die Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen sowie die Schaffung von Begegnungsräumen für eine offene und faktenbasierte Debattenkultur. So begreifen Gedenkstätten eine kritische Erinnerungskultur als essenziellen Beitrag zu einer offenen und diversen Gesellschaft.

Die Kampagne ist eine Reaktion auf die zunehmende Infragestellung der Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen sowie auf die Verbreitung nationalistisch-völkischer Ideologien. „Sie richten sich gegen die kritische Diskussion der Vergangenheit und drohen, Fundamente unseres Zusammenlebens zu untergraben: ein respektvolles und solidarisches Miteinander, das auf der Würde jedes einzelnen Menschen basiert“, schreiben die Verantwortlichen. Dadurch würden Gedenkstätten und ihre Arbeit unter Druck geraten. „Gerade im Umfeld von Wahlen wird die öffentliche Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen zum Ziel geschichtsrevisionistischer Angriffe“, heißt es in der Pressemitteilung. Zugleich wird die Arbeit von Gedenkstätten als „nicht neutral“ angesehen und ihre Förderung infrage gestellt.

An der Kampagne beteiligen sich die zur Stiftung gehörenden Gedenkstätten in Brandenburg, darunter die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen, die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald, die Gedenkstätte Leistikowstraße in Potsdam, die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde, das Zuchthaus Brandenburg-Görden und die Gedenkstätte Lieberose in Jamlitz. Weitere Gedenkstätten, historische Museen, Archive und andere Einrichtungen sind dazu aufgerufen, die Aussagen der Kampagne zu übernehmen und mit eigenen Inhalten zu ergänzen.

 

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