30- bis 59-Jährige betrachten die Digitalisierung skeptisch
Die 30- bis 59-Jährigen sehen den digitalen Wandel mit Unbehagen entgegen. Die Gefahr von Datenmissbrauch und die Angst vor Überwachung prägen ein diffuses Unbehagen, das diese "Generation Mitte" beim Gedanken an die fortschreitende Digitalisierung begleitet. Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Allensbach-Studie im Auftrag des GDV Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., Berlin.
"Trotzdem kauft die 'Generation Mitte' häufig online ein, gibt ihre Daten an Kunden- und Bonusprogramme, ist Mitglied in den sozialen Netzwerken und treibt den digitalen Wandel aktiv voran", sagt die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher. Die Studie zeichne somit ein widersprüchliches Bild der 30- bis 59-Jährigen: Sie nehmen die Gratifikationen des digitalen Wandels laut Köcher immer stärker an, misstrauen jedoch generell der Entwicklung.
Digitalisierung im täglichen Leben angekommen
Weiteres wichtiges Ergebnis der aktuellen Untersuchung: Keine andere gesellschaftliche Entwicklung bewegt die Menschen zwischen 30 und 59 Jahren so sehr wie die zunehmende Digitalisierung des täglichen Lebens. 70 Prozent der Befragten sehen dies als starken Treiber für Veränderungen.
"Unsere Untersuchung zeigt aber auch, dass der digitale Wandel in den verschiedenen sozialen Schichten in höchst unterschiedlichem Maße bei der 'Generation Mitte' angekommen ist", sagt Köcher. Je höher der soziale Status, desto stärker kauften die Befragten Produkte online und nähmen Internet-Dienstleistungen in Anspruch. Auch habe die Nutzung von digitaler Technik die Kommunikation mit Freunden, Familie sowie Kollegen und Geschäftspartnern in mittleren und höheren sozialen Schichten stärker geprägt als in einkommensschwächeren.
Überalterung führt zu gesellschaftlichen Veränderungen
Den zweitgrößten Motor für gesellschaftliche Veränderungen sieht die "Generation Mitte" in der zunehmenden Alterung der Gesellschaft. 68 Prozent der Befragten glauben, dass sich das Land durch mehr ältere und immer weniger jüngere Menschen stark verändern wird. "Auch in Bezug auf die demografischen Veränderungen zeigt sich die 'Generation Mitte' widersprüchlich", erklärt Köcher.
Die 30- bis 59-Jährigen seien zwar sehr gut über die Konsequenzen der Alterung der Gesellschaft informiert und rechneten mit vielen Folgen, die eigentlich alle Menschen betreffen. "In ihrem eigenen Alltag erwarten die meisten aber kaum Konsequenzen und sind zumindest zurzeit unbesorgt", ergänzt Köcher. Nur 36 Prozent der Befragten glauben, dass der demografische Wandel starke Auswirkungen auf das persönliche Umfeld haben wird.
Rebekka Hans 07.11.2014










