Kampagne zur doppelten Staatsbürgerschaft läuft im Netz
Seit dem 20. Dezember können sich hierzulande etwa eine halbe Million junge Menschen mit Migrationshintergrund für zwei Pässe entscheiden. Denn es gilt die neue Regel zur doppelten Staatsbürgerschaft: Jeder, der ab 1990 geboren ist, ausländische Eltern hat und seit der Geburt zwei Pässe besitzt, darf sie jetzt behalten, wenn er in Deutschland aufgewachsen ist. Aufgewachsen heißt: Bis zum 21. Lebensjahr sechs Jahre in Deutschland zur Schule gegangen sein oder acht Jahre hier gelebt haben. Oder: einen Schulabschluss oder eine Ausbildung abgeschlossen haben.
Um alle Betroffenen über die neue Regelung aufzuklären hat Aydan Özoðuz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, eine Online-Kampagne unter dem Slogan "Ein Leben. Zwei Pässe." gestartet. Für die Entwicklung und Umsetzung der Maßnahmen zeichnet das Berliner Team von ressourcenmangel an der Panke verantwortlich.
Die Kampagne läuft im Web auf www.einleben-zweipaesse.de, auf Facebook (ca. 740 Fans) sowie über Online-Marketing-Kanäle wie Google AdWords. Zudem wurde ein digitales Informationspaket an Multiplikatoren verschickt. Auf den Onlinebannern wird die zentrale Frage aufgegriffen, ob man sich zwischen Herkunft und Heimat entscheiden kann und muss. Diese Frage wird auf unterschiedliche Weise mit vermeintlich gegensätzlichen Wortpaaren gestellt. Sie stehen für etwas typisch Deutsches und für etwas Typisches aus einem anderen Kulturkreis. Zum Beispiel: Können Jugendliche Fan der deutschen Indie-Pop-Band Sportfreunde Stiller sein und gleichzeitig Mitglied des deutsch-türkischen Fußballvereins Tükiyemspor? Oder: Können sie ihre Kumpel und Freundinnen im Slang mit dem deutschen "Digga" und dem türkischen "Naber" begrüßen?
"Die Neuregelung des Staatsbürgerschaftsrechts ist ein wichtiger politischer Schritt und eine bedeutende Möglichkeit für viele Kinder und Jugendliche mit Mirationshintergrund in unserem Land. Wir möchten, dass die Informationen zur Neuregelung schnell bei der Zielruppe angekommen, damit aus Unwissenheit
keine falschen Entscheidungen getroffen werden", sagt Volker Norbisrath, Pressesprecher der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.
Yvonne Wodzak 06.01.2015









