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Social Media wird kaum zur Wissenschaftskommunikation genutzt

Wikipedia, Online-Archive und Cloud-Dienste stehen Wissenschaftlern an bundesdeutschen Hochschulen nach wie vor hoch im Kurs. Für die Wissenschaftskommunikation werden vor allem klassische Werkzeuge wie Mailinglisten eingesetzt. Social Media-Anwendungen, wie Twitter oder Weblogs, setzen sich hingegen bisher in der Breite nicht durch. Dies belegt die zweite bundesweite Studie 'Science 2.0-Survey' zur Nutzung onlinebasierter Anwendungen und Social Media durch Wissenschaftler des eScience – Forschungsnetzwerks Sachsen in Kooperation mit dem Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0. An der Befragung im Zeitraum vom 23. Juni 2014 bis 20. Juli 2014 nahmen insgesamt 1.419 Wissenschaftler an bundesdeutschen Universitäten, Fachhochschulen sowie Kunst- und Musikhochschulen teil.

Wikipedia und Mailing liegen vorn

Wie auch im vergangenen Jahr zählen die Wikipedia (von 94 % der Befragten beruflich genutzt), Mailinglisten (76 %), Online-Archive und Datenbanken (75 %) sowie Content Sharing und Cloud-Dienste (70 %) zu den beliebtesten Anwendungen im wissenschaftlichen Arbeitsalltag, während die bereits seit längerem auf dem Markt existierenden Social Bookmarking Services, wie Delicious, noch immer ungenutzt bzw. unbekannt bleiben.

Am weitesten verbreitet ist der Einsatz von Social Media im Kontext der Forschungstätigkeit. Hier werden vor allem die Wikipedia (64 %), Online-Archive und Datenbanken (62 %), Literaturverwaltungsprogramme (47 %) sowie Content Sharing und Cloud-Dienste (41 %) genutzt. In der Lehre, als zweitem Arbeitsschwerpunkt der Wissenschaftler, spielen vor allem klassische Lernmanagementsysteme (42 %) sowie Foto- und Video-Community-Portale (33 %) eine Rolle.

Nachholbedarf bei der Wissenschaftskommunikation

Nachholbedarf scheint es hingegen im Bereich der Wissenschaftskommunikation zu geben. Wissenschaftler sind in diesem Bereich eher selten tätig: Für 46 Prozent der Befragten gehört die Wissenschaftskommunikation nicht zu ihrem Aufgabenspektrum, für weitere 41 Prozent nimmt dieser Tätigkeitsbereich nicht mehr als zehn Prozent ihrer Arbeitszeit in Anspruch.

Interaktive und auf ein breiteres, auch nicht-wissenschaftliches Publikum gerichtete Social Media-Werkzeuge, wie Weblogs oder Twitter, werden hier entsprechend selten eingesetzt (Weblogs: 9 % , Mikroblogs: 5 %). Favorisiert werden hingegen klassische onlinebasierte Werkzeuge, wie Mailinglisten (41 %) oder Videokonferenzen (31 %), aber auch Social Network Sites mit beruflicher und/oder wissenschaftlicher Ausrichtung (30 %) kommen vergleichsweise häufig für Zwecke der Wissenschaftskommunikation zum Einsatz.

Wissenschaftler hinterfragen Mehrwert von Social Media

Barrieren für die Nutzung von Social Media im wissenschaftlichen Arbeitsalltag sind vor allem ein fehlender erkennbarer Mehrwert für die eigene Arbeit (29 % der Befragten gaben dies als Hinderungsgrund für eine berufliche Nutzung an), kein Bedarf an technischer Unterstützung (20 %) sowie ein Mangel an Zeit, um sich in bestimmte Werkzeuge einzuarbeiten (14 %). Vor allem Kommunikationswerkzeuge wie Blogs und Twitter werden nicht genutzt, weil ihre Nutzung aus Sicht der Befragten keinen erkennbaren Mehrwert darstellt (dies gaben 4 0% bzw. 5 2% der Befragten als Nutzungsbarriere an).

Generell zeigen sich Wissenschaftler gegenüber neuen technischen Entwicklungen offen und haben wenige Berührungsängste mit Social Media. Trotz des weitverbreiteten Einsatzes onlinebasierter Werkzeuge und Social Media, sind die befragten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aber sensibilisiert für Datenschutzaspekte, vor allem die Verbreitung und den Zugriff auf personenbezogene Daten im Internet.

 

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