
INSM-Innovationsmonitor 2015: Deutschland wird innovativer
Finnland, die Schweiz und Südkorea haben weiterhin die besten Innovationsbedingungen. Deutschland hingegen verbessert sich und landet auf Platz 4 (2012: Platz 6). Zu diesem Ergebnis kommt der INSM-Innovationsmonitor 2015. Die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 18 Indikatoren, inwieweit die 28 untersuchten OECD-Länder ihre Innovationsbedingungen im Laufe der Jahre verbessern.
Positive Entwicklung im Teilbereich "Innovationsrelevante Arbeitskräfte"
Laut Studie hat sich der Gesamtpunktwert Deutschlands im Vergleich zu den Werten im Jahr 2005 nicht geändert. Doch gab es Anpassungen in den einzelnen Bereichen. Im Handlungsfeld "Innovationsrelevante Arbeitskräfte" konnte sich Deutschland aufgrund des steigenden Anteils der Hochschulabsolventen generell und einem höheren Anteil an Promovierten im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT-Anteil) verbessern und eine Spitzenposition einnehmen. Nur die Slowakei (im Gesamtranking auf Platz 25) kann hier einen höheren Wert aufweisen. Auch der Bereich "Qualität des schulischen Bildungssystems" weist mit 71 Punkten einen hohen Wert auf, der laut Studie um fünf Punkte aufgrund der Verbesserung der Schülerkompetenzen beim PISA-Test in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften gestiegen ist.
"Rahmenbedingungen für eigene Forschung" mit leichtem Rückgang
Handlungsbedarf besteht allerdings bei den Rahmenbedingungen zur Umsetzung eigener Ideen. Nach Angaben der Erhebung verringerte sich der Punktwert für diesen Teilbereich um zehn Punkte. Auch die Nutzung von Fachkräften aus dem In- und Ausland entwickelte sich negativ. Der Frauenanteil unter den MINT-Absolventen nahm leicht ab, genauso wie der Anteil der ausländischen Studierenden an allen Studierenden.
Deutsche Innovationspolitik muss an allen Handlungsfeldern ansetzen
Prof. Dr. Axel Plünnecke sieht die größte Herausforderung bei der Verbesserung der Innovationsbedingungen im demografischen Wandel, der das Angebot innovationsrelevanter Fachkräfte künftig verringern dürfte. Der Studienleiter denkt allerdings: "Durch eine bessere Willkommenskultur und ein breiteres Angebot von Nachqualifizierungen könnten die Chancen durch die in den vergangenen Jahren verbesserte Zuwanderungsregeln und das Anerkennungsgesetz noch besser genutzt werden."
Anja Hetebrüg 15.07.2015









