
Wie zufrieden sind die Bürger mit der Arbeit der Behörden?
"Die Bürgerinnen und Bürger sind überwiegend zufrieden mit der öffentlichen Verwaltung in Deutschland", erklärte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamts, heute auf einer Pressekonferenz, bei der er die Ergebnisse einer Zufriedenheitsbefragung zu behördlichen Dienstleistungen in verschiedenen Lebenssituationen vorstellte. Die Befragung wurde im Rahmen der Regierungsinitiative "amtlich einfach – Staat der kurzen Wege" durchgeführt. Demnach liegt der Gesamtindikator auf einer Skala von – 2 (sehr unzufrieden) bis + 2 (sehr zufrieden) bei 1,06.
Vertrauen in die Verwaltung und Fachkompetenz der Sachbearbeiter wichtig
In den 22 untersuchten Lebenslagen fällt die Bewertung der jeweiligen öffentlichen Dienstleistungen unterschiedlich aus: Die notwendigen Behördengänge werden in der Situation einer Eheschließung mit 1,46 besonders gut bewertet. Auch im Rahmen eines Umzugs und der Fahrzeuganmeldung ist die Wahrnehmung bei den Betroffenen überwiegend gut. Die Kontakte mit Behörden bei Arbeitslosigkeit und bei finanziellen Problemen hingegen schneiden nicht so gut ab. Sie erreichen einen Wert von 0,37.
Die Befragung ermittelte außerdem die Bedeutung verschiedener Faktoren, die die individuelle Zufriedenheit beeinflussen. So ist den Bürgern das Vertrauen in die Verwaltung am wichtigsten. Auch die Diskriminierungsfreiheit und Unbestechlichkeit werden als besonders bedeutend eingeschätzt. Die Fachkompetenz der Sachbearbeiter in den Behörden ist den Bürgern ebenfalls sehr wichtig. Mit diesen Faktoren waren die Befragten auch überdurchschnittlich zufrieden. Weniger zufrieden zeigten sich die Bürger mit der Verständlichkeit des Rechts im Allgemeinen und der Formulare und Anträge im Besonderen.
Die Handlungsfelder
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Wahrnehmung der Verwaltung in der Öffentlichkeit spürbar zu verbessern und die Bürokratie zu vereinfachen. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen nun Handlungsfelder auf: Die "Verständlichkeit der Formulare und Anträge" haben sich dabei - neben der "Verständlichkeit des Rechts" und den "Informationen zu notwendigen Verfahrensschritten" - als sehr dringlich herausgestellt. Die Bewertung des Einflussfaktors "Verständlichkeit der Formulare und Anträge" schwankt allerdings sehr stark: Beim Erwerb des Führerscheins erreicht der Wert noch gute 1,22, während in der Situation finanzieller Probleme eine Unzufriedenheit von – 0,08 vorliegt.
Der Bericht zur Zufriedenheitsbefragung wurde heute dem Koordinator der Bundesregierung für Bürokratieabbau und bessere Rechtsetzung Staatsminister Dr. Helge Braun, MdB übergeben. Ausgewählte Ergebnisse des Berichts stehen hier zum Download bereit. Ergänzende Informationen zur Regierungsinitiative "amtlich einfach – Staat der kurzen Wege" und zu den untersuchten Lebenslagen finden Interessierte auf der Seite www.amtlich-einfach.de.
Yvonne Wodzak 19.08.2015









