
Junge Berliner auf der Grünfläche am Bahnhof Potsdamer Platz; Foto: M. Riechers/Georg-August-Universität Göttingen
Berliner schätzen ihr Stadtgrün - vor allem Jüngere gehen gerne in Parks
Jüngere Hauptstädter schätzen Parks als Orte für soziale Interaktionen, während ältere Städter in dünner besiedelten Randgebieten oft Wälder besuchen, um die Natur als Inspirationsquelle und Bildungsort zu erleben. Dies geht aus einer Studie der Georg-August-Universität Göttingen hervor.
"Gerade in Zeiten zunehmender Urbanisierung sollte die Stadtplanung sozial und ökologisch nachhaltig sein", erklärt Studienleiterin Maraja Riechers. "Darum ist es wichtig zu wissen, welche Ansprüche verschiedene Menschen an das Stadtgrün haben." Dafür hat die Forscherin insgesamt etwa 40 Interviews geführt und zusammen mit ihren Kollegen 550 Fragebögen ausgewertet. Die Studie ist im Juni dieses Jahres erstmals als Diskussionspapier der Georg-August-Universität Göttingen erschienen; aktuelle Ergebnisse stellt sie nun auf der 45. Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie in Göttingen am 31. August vor.
Junge schätzen Interaktion, Ältere bevorzugen Ruhe
Was genau die Hauptstädter am Stadtgrün schätzen, hängt jedoch vom Alter der Befragten ab – und von der Einwohnerdichte in ihrem Wohnbezirk. Jüngere Städter in dicht besiedelten Ballungsräumen wie Berlin Mitte schätzen vor allem die sozialen Interaktionen in Parks und auf offenen Grünflächen. Auch die kulturelle Vielfalt bewerten sie positiv. Ältere Städter in weniger dicht besiedelten Randgebieten wie Reinickendorf besuchen oft die umliegenden Wälder und schätzen es, die Natur bewusst zu erleben, sich inspirieren zu lassen und sich und ihre Kinder in der Natur zu bilden. Als Treffpunkt ist ihnen das Stadtgrün dabei weniger wichtig.
Ebenfalls relevant für eine nachhaltige Stadtplanung ist die Lage der urbanen Grünflächen. Das öffentliche Stadtgrün in dicht besiedelten Ballungsräumen erleben die Einwohner häufig als überlaufen. Um sich nach Feierabend auf weniger frequentierten Grünflächen zu erholen, seien diese jedoch zu umständlich zu erreichen. "Es gibt einen hohen Bedarf an Stadtgrün in den dicht besiedelten Gebieten", so Riechers.
Rebekka Hans 26.08.2015









