
Aktivitäten rund um Fernsehen, Radio und Internet sind bei den Konsumenten sehr beliebt; Foto: BAT-Stiftung für Zukunftsfragen
Freizeitgestaltung: Deutsche sehen am liebsten fern
Die häufigste Aktivität abseits des Berufs ist nach wie vor das Fernsehen, dicht gefolgt von Radio hören und Telefonieren. Das ergab die Studie "Freizeit-Monitor 2015", die die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen mit Sitz in Hamburg vor kurzem veröffentlichte. Für die aktuelle Erhebung wurden im Juli des laufenden Jahres stichprobenartig persönliche Interviews mit 2.000 Personen ab 14 Jahren zu ihrem Freizeitverhalten durchgeführt.
Menschen sehen in allen Lebensphasen fern
Seit 1990 (90 Prozent) belegt der Fernsehkonsum unverändert den Spitzenplatz. Im Jahr 2015 sehen nunmehr 97 Prozent der Bürger fern. Ein eingehender Blick auf die Aktivität Fernsehen zeigt, dass Menschen in jeder Lebensphase, von jungen Heranwachsenden mit 92 Prozent bis zu Ruheständlern mit 99 Prozent, mindestens einmal pro Woche das TV-Gerät anschalten. Serien, Filme und Co. werden dabei zu 91 Prozent auf dem Fernseher geschaut. Nur drei Prozent nutzen die steigenden Angebote des Online-Streamings.
Das Internet wird immer wichtiger
Nach den Plätzen zwei (Radio hören: 90 Prozent) und drei (Telefonieren von zu Hause: 89 Prozent) folgt in der diesjährigen Studie zum ersten Mal das Internet. Fast drei Viertel der Deutschen ist regelmäßig mit dem Computer, dem Smartphone oder dem Tablet online. Die Entwicklung ist beeindruckend, denn 1998, also vor 17 Jahren, waren es nur drei Prozent, die das Internet als Freizeitaktivität angaben. Allein zwischen 2010 und 2015 stieg die Anzahl der Internet-Nutzer um 25 Prozent an.
Hier ist es vor allem die junge Zielgruppe, die das World Wide Web mindestens einmal pro Woche nutzt. Bei den jungen Menschen belegt das Internet den Spitzenplatz. Doch gehen mittlerweile immer mehr Rentner ins Internet. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl mehr als verdoppelt (14 Prozent zu 35 Prozent).
Verlierer im medialen und sozialen Bereich
Allerdings gaben in diesem Jahr weniger Menschen an, in ihrer Freizeit eine Zeitungen oder Zeitschriften zu lesen (- sieben Prozent). Auch nutzt nur rund 52 Prozent ihre Zeit neben dem Beruf, um in Gemeinschaft oder allein Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen. Das sind zwölf Prozent weniger als noch vor fünf Jahren. Beide Aktivitäten befinden sich unter den Top 10 der Freizeitaktivitäten und werden überwiegend von Ruheständlern wahrgenommen.
Auch kulturelle Aktivitäten sowie ehrenamtliche und Vereinsarbeit werden von weniger Menschen ausgeübt. Die aktuelle Erhebung zeigt, dass mehr als die Hälfte (54 Prozent) der deutschen Bürger 2015 nicht ins Theater, die Oper oder zum Ballett-Auftritt gingen; 2004 waren es "nur" 45 Prozent. Auch das Ehrenamt muss einen Rückschlag hinnehmen. Denn drei von fünf Deutschen (59 Prozent) engagieren sich nie ehrenamtlich in ihrer Freizeit.
Anja Hetebrüg 31.08.2015










