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Das Internet ist für Urlauber ein wichtiger Bestandteil bei der Reiseplanung geworden

Tourismusbranche: Customer Journey wird zunehmend digitalisiert

Die Touristik- und Reisebranche befindet sich in einer Transformation. Der Grund dafür sind die steigenden Angebote von Reiseportalen und der zunehmende Einsatz von digitalen Technologien wie reisebezogene Applikationen und Virtual Reality-Brillen. Das hat eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergeben, der 803 Internetnutzer ab 14 Jahren (Verbraucher) und 103 Manager aus Touristikunternehmen (Experten) befragt hat.

Verbraucher organisieren den Urlaub überwiegend selbst

Aufgrund der Ergebnisse stellte Bitkom, dass das Internet ausschlaggebend für die Customer Journey – also den Prozess von der Buchung bis zur Rückschau auf die Reise – ist. Insgesamt 80 Prozent der Verbraucher buchen reisebezogene Leistungen bereits online. Ein Drittel der Befragten (66 Prozent) nehmen die Buchung ihrer Unterkunft über Webseiten vor. Auch Flugtickets (56 Prozent), Mietwagen (45 Prozent) und Bahnfahrkarten (39 Prozent) werden online organisiert.

Bei den Unterkunftsanbietern sind Online-Plattformen wie Tripadvisor oder hrs.de am beliebtesten. Doch alternative Anbieter wie Airbnb, das Gastfreundschaftsnetzwerk CouchSurfing oder Wohnungstauschbörsen werden immer häufiger genutzt. Insgesamt 29 Prozent gaben an, über diese Angebote bereits eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden zu haben. "Neue Online-Dienste bieten nicht nur für junge Menschen mit schmalem Geldbeutel häufig tolle Alternativen zu den etablierten Beherbergungsbetrieben", sagt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer von Bitkom.

Doch nicht nur das Internet spielt für die Verbraucher eine zunehmend größere Rolle in der Reiseorganisation. Auch digitale Technologien rücken in den Vordergrund. Dabei ist das Smartphone das wichtigste Device: 45 Prozent der Verbraucher machen ihre Urlaubsfotos überwiegend mit diesem Gerät und 19 Prozent nutzen reisebezogene Anwendungen wie z.B. Übersetzungsapps oder lokale Stadtführer für den Urlaub. Dem Verbraucher ist vor allem der Komfort während der Reise wichtig. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) wünschten sich, für alle Reisedienstleistungen nur noch ein digitales Ticket zu nutzen.

Reiseunternehmen erkennen den Trend zum E-Tourismus

Die überwiegende Mehrheit der Reiseveranstalter und Unternehmen aus der Touristikbranche erkennt einen Trend hin zum E-Tourismus. Ein beherrschendes Thema ist dabei Big Data. Insgesamt 97 Prozent der Experten glauben, dass bereits im Jahr 2025 individualisierte Angebote mittels Datenanalysen erstellt werden können. Außerdem glaubt etwas mehr als die Hälfte der befragten Manager, dass sich Verbraucher zukünftig in Buchungsgemeinschaften zusammenschließen, um von Vergünstigungen zu profitieren.

Zudem wird laut den Befragten die neue Technologie der Virtual Reality (VR) eine Schlüsselrolle spielen. Drei Viertel meinen, dass Urlauber schon 2025 ihre potenziellen Reiseziele vorab mit VR-Brillen erkunden werden, um bei der Buchung die richtige Entscheidung zu treffen. Gemeint sind damit virtuelle Rundgänge zum Beispiel durch Hotels. Interessant ist, dass 64 Prozent großes Potenzial in virtuellen Reisen zu digital nachgebildeten echten Tourismuszielen sehen. Dadurch können nach Angaben von Rohleder Orte, "die aktuell nur schwer zugänglich sind oder die gar nicht mehr existieren", von den Urlaubern bereist werden.

Für Reisebüros und -veranstalter ist es Chance und Herausforderung zugleich. Denn immerhin 49 Prozent glauben, dass durch die Digitalisierung die stationären Dienstleister in großen Teilen nicht mehr notwendig sein werden. Allerdings können die Reiseunternehmen ein wenig aufatmen, denn der überwiegende Teil (rund 84 Prozent) ist sicher, dass Reisebüros mit Hybrid-Angeboten (Offline und Online) bzw. erweiterte digitale Angebote weiterhin bestehen werden.

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Anja Lüth 04.03.2016

 

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