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Jeder fünfte Studierende nutzt die komplette Vielfalt digitaler Medien

%%%Jeder fünfte Studierende nutzt die komplette Vielfalt digitaler Medien%%%


Es gibt große Unterschiede bei der Nutzung digitaler Medien zwischen den Studienfächern. Besonders Studierende der Informatik greifen bereits auf die ganze Bandbreite der technischen Möglichkeiten zurück. Insgesamt setzen Studierende digitale Medien zu einem Großteil noch eher konservativ ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des CHE Centrum für Hochschulentwicklung im Rahmen des Hochschulforums Digitalisierung. Unter dem Titel "Lernen mit digitalen Medien aus Studierendenperspektive" wurden die Ergebnisse im Hochschulforum Digitalisierung ausgewertet wurde. Genutzt wurden Daten aus CHE Hochschulranking 2014/2015 von knapp 27.500 Studierenden aus 153 Hochschulen in 11 Fächern. Um den Grad der Nutzung digitaler Medien im Studium zu charakterisieren, unterscheiden die Autoren der Studie vier Nutzertypen. Dies sind "PDF-Nutzer", "E-Prüflinge", "Videolernende" und "Digitale Allrounder".

Rund ein Fünftel der Studierenden sind "digitale Allrounder"

Etwa ein Fünftel der Studierenden in Deutschland (21 %) nutzt im Studium die gesamte Vielfalt digitaler Medien. Dies beinhaltet neben digitalen Prüfungen etwa auch soziale Kommunikationstools wie Blogs oder neuartige Formate wie beispielsweise Lernspiele. Ein besonders hoher Anteil der Gruppe dieser "digitalen Allrounder" zeigt sich unter den untersuchten Fächern im Bereich der Informatik. Dort nutzt ein Drittel der Studierenden das komplette Spektrum der digitalen Lehrmedien.

Die größte Gruppe (30 %) sind die "PDF-Nutzer". Sie arbeiten nach wie vor überwiegend mit klassischen digitalen Medien, mit PDF-Dokumenten, PowerPoint-Präsentationen und kommunizieren über E-Mails. Ihr Anteil ist unter den untersuchten Fächern mit 56 Prozent in den Pflegewissenschaften besonders hoch.

Elektronische Prüfungen werden häufig genutzt

Jeder vierte Studierende in Deutschland kann der Kategorie der "E-Prüflinge" zugeordnet werden. Diese nutzen im Verlauf ihres Studiums auch E-Assessment-Formate und legen digitale Prüfungen ab. Ihr Anteil ist im Bereich der Medizin (47 %) und Zahnmedizin (35 %) aufgrund der standardisierten Prüfungen besonders hoch.

Die dritte Nutzergruppe sind die "Videolernenden" mit 23 Prozent. Während beispielsweise in der Zahnmedizin nur 12 Prozent "Videolernende" sind, weist diese Gruppe in der Informatik mit 34 Prozent einen besonders hohen Anteil auf. Auch die "Digitalen Allroundern" sind in diesem Fach (31 %) weit stärker vertreten als im fächerübergreifenden Durchschnitt (21 %). Hier zeigt sich laut Studie auch die Abhängigkeit des Digitalisierungsgrades vom entsprechenden Lehrangebot.

Digitale Medien müssen in die Lehre eingebunden werden

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Nutzung digitaler Medien in einem Fach unterscheidet sich deutlich zwischen den Hochschulen. Auch dies belegt den wesentlichen Einfluss der konkreten Lehrpraxis und -kultur einer Hochschule auf die Nutzungsvielfalt digitaler Medien bei ihren Studierenden.

Die Studienautoren fordern deshalb, digitale Medien jenseits der punktuellen Anreicherung systematisch in der Hochschullehre zu verankern. "Wo digitale Lernformate einen didaktischen Mehrwert für Studierende haben, sollte dieser von den Hochschulen und den Lehrenden proaktiv genutzt werden", so die Autoren.



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(rh) 17.03.2016




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