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Ingo Schier, Nielsen-Chef in Deutschland: "Die Deutschen sind die zweitoptimistischsten Europäer."

Verbrauchervertrauen der Deutschen bleibt auf hohem Niveau

Die deutschen Konsumenten zählen zu den optimistischsten Europäern, direkt hinter Dänemark (105 Punkte) und gleichauf mit Großbritannien. So liegt der Indexpunkt im ersten Quartal bei 97 Prozent und damit nur einen Punkt unter dem des vierten Quartals 2015. Das zeigt der aktuelle Verbrauchervertrauensindex von Nielsen Deutschland, in dem das Vertrauen der Konsumenten und ihre Einkaufsgewohnheiten analysiert werden. Für die Untersuchung wurden im Zeitraum vom 1. bis 23. März 2016 mehr als 30.000 Internetnutzer aus 61 Ländern auf allen Kontinenten befragt.

Positiver Blick auf Arbeitsmarkt

Gründe für den Optimismus in der deutschen Bevölkerung sind die wirtschaftliche Situation und die Job-Aussichten, die die Verbraucher zu 55 Prozent als gut oder sehr gut einschätzen. Deutschland liegt damit 28 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Zwar ging der Wert um zwei Prozentpunkte zurück, doch Ingo Schier, Vorsitzender der Geschäftsführung von Nielsen Deutschland, weiß: "Der deutsche Arbeitsmarkt entwickelt sich positiv. Das nehmen auch die Verbraucher war. Mehr als die Hälfte schätzen ihre Job-Chancen für die nächsten zwölf Monate als gut oder sehr gut ein."

Kauflaune der Deutschen liegt weit über europäischem Durchschnitt

Durch die überwiegend positive Einstellung zum Arbeitsmarkt ist auch die Kauflaune nach wie vor hoch. So glaubten fast die Hälfte der Deutschen (48%), die nächsten zwölf Monate seien eine gute Zeit, um Geld auszugeben. Schier erklärt, warum der Wert im Gegensatz zum Index der europäischen Länder (32 %) so viel höher ist: "Die Kauflaune hierzulande ist weiterhin auf einem hohen Niveau. Dies wird nicht zuletzt durch die dynamische Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung sowie das stabile Preisniveau unterstützt." Zudem schätzen 53 Prozent der deutschen Bevölkerung ihre finanzielle Situation gut bis sehr gut ein. In diesem Bereich kletterte der Index um einen Punkt nach oben (Q4 2015: 52 %).

Sparen steht nicht im Vordergrund

Insgesamt geben die Deutschen ihr Geld (nach Deckung ihrer Lebenshaltungskosten) am ehesten für Kleidung (44 %) oder für ihren Urlaub aus (42 %). Laut Nielsen steht der Punkt "Geld sparen" nicht im Mittelpunkt. Nur etwas mehr als ein Viertel der Befragten (26 %) will sein Geld zurücklegen, im Gegensatz zu ganz Europa (36 %). "Für die Deutschen kommt Sparen erst an fünfter Stelle. Das ist ein großer Unterschied zum europäischen Durchschnitt, bei dem Sparen an erster Stelle steht. Mit anderen Worten: Die Deutschen leben bei diesem Punkt im Hier und Jetzt. Finanzielle Vorsorge spielt für sie eine weniger wichtige Rolle", kommentiert Ingo Schier.

Sollten die Konsumenten in die Situation kommen, Ausgaben reduzieren zu müssen, würden 60 Prozent am häufigsten beim Lebensmitteleinkauf zu günstigeren Marken greifen. An zweiter Stelle kommt die Sparmaßnahme "Neue Kleidung", die bei 56 Prozent liegt. Zudem würden Konsumenten dazu übergehen, öfter selbst zu kochen (54 %).

Terrorismus und Immigration als Hauptsorgen

Zu den größten Sorgen der Deutschen gehört nach wie vor der internationale Terrorismus (17 %). Auf Platz zwei folgt die Immigration, die die Verbraucher aufgrund der jüngsten Ereignisse am meisten beschäftiget. Für den Vorsitzenden der Geschäftsführung von Nielsen könnte dies mittel- und langfristig einen negativen Einfluss auf das Verbrauchervertrauen haben.

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Anja Lüth 25.05.2016

 

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