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Tourismus beeinflusst die Entwicklung der Welterbestätten

Steigende Temperaturen sowie eine höherer Meeresspiegel, schmelzende Gletscher, extreme Dürren und längere Waldbrandsaisons – diese Risiken verändern den universellen Wert der Kulturerbestätten der Welt. Das ist das Ergebnis der Studie "World Heritage and Tourism in a Changing Climate", die von der UNESCO, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen und der Union of Concerned Scientists erstellt wurde. Für die Analyse wurden 31 Weltnatur- und Kulturerbestätten in 29 Ländern untersucht.

Im Fokus standen Stätten wie Venedig, Stonehenge in Großbritannien, die Galapagos-Inseln und der japanische Shiretoko-Nationalpark, aber auch das Wattenmeer. Im direkten Zusammenhang mit den klimatischen Veränderungen steht der Tourismus-Sektor, der neun Prozent des weltweiten Bruttoinlandprodukts ausmacht. So zeigt die Studie auf, dass aufgrund der verschiedenen Transportmöglichkeiten per Auto, Flugzeug oder Bahn fünf Prozent der weltweiten Kohlenstoffemission aus dieser Branche stammen. Die Studie geht davon aus, dass sich dieser Wert in den nächsten 25 Jahren verdoppeln wird.

Die klimatischen Einflüsse, die unter anderem zum Verfall der Sehenswürdigkeiten oder zu einem erhöhten Risiko bei der Besichtigung führen können, bedingen auch die Entscheidung der Touristen, eine dieser Stätten zu besuchen. Die Urlauber müssen sich Gedanken machen über höhere Versicherungsausgaben sowie verschärfte Sicherheitsbestimmungen vor Ort. Somit kann der klimatische Wandel zu einer Beeinträchtigung der touristischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Welterbestätten führen. Besonders betroffen sind die Entwicklungsländer.

Dr. Mechtild Rössler, Direktorin des UNESCO-Welterbezentrums, fordert: "Wir müssen die weltweite Bedrohung von Welterbestätten durch den Klimawandel besser verstehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Wie die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, müssen unsere Klimaschutz-Anstrengungen gemäß Pariser Klimaabkommen den Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad begrenzen, um unser Welterbe für aktuelle und künftige Generationen zu erhalten."

Die komplette Studie steht hier zum Download bereit.

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Anja Lüth 30.05.2016

 

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