Integration von Migranten ist 2016 die größte Herausforderung für Städte

Die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen wird von den Städten als primäres Handlungsfeld und gleichzeitig größte Herausforderung der kommenden Jahre gesehen. Das geht aus dem "OB-Barometer 2016", den das Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, jährlich erstellt. Befragt wurden 121 Oberbürgermeister.
Laut Difu-Analyse rücken die Themen Finanzen, Wohnen und Digitalisierung weiter in den Vordergrund, andere, wie der demografische Wandel, fallen im Themenranking im Vergleich zu 2015 zurück. Die Zuwanderung ist für alle Städte, unabhängig von Größe und regionaler Lage, das wichtigste Aufgabenfeld, in dem der Handlungsbedarf gegenüber dem Vorjahr sogar noch zugenommen hat. Es gibt jedoch eine Ausnahme: In den größeren Städten Ostdeutschlands hat das Thema Flüchtlinge nach Aussage der befragten Stadtspitzen im Vergleich zum Vorjahr etwa gegenüber dem Aufgabenfeld Wohnen etwas an Bedeutung verloren.
Thema Wohnen spitzt sich zu
Insgesamt gewinnt das Thema Wohnen in deutschen Großstädten an Brisanz: Die befragten Stadtspitzen sehen den Wohnungsbau und die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum als eines der drei aktuell wichtigsten Handlungsfelder in der eigenen Kommune. Sie schätzen Wohnen zugleich als eines der drei wichtigsten kommunalen Zukunftsthemen ein. Auch ist der Wunsch nach einer Verbesserung der kommunalen Rahmenbedingungen durch EU, Bund und Länder im Vergleich zum Vorjahr beim Thema Städtebau und Wohnen am deutlichsten angestiegen. Wie auch schon 2015 bleiben die Finanzlage und die Haushaltskonsolidierung das zweitwichtigste Handlungsfeld in der eigenen Kommune.
Für die deutschen Städte insgesamt sehen die Stadtspitzen 2016 neben dem Migrationsthema eine Reihe von weiteren aktuellen Herausforderungen. Vermutlich sind auch im Zusammenhang damit Fragen der sozialen Ungleichheit und der Sicherheit gegenüber dem Vorjahr wichtiger geworden. Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft ist im Vergleich mit 2015 ebenfalls stärker ins Blickfeld gerückt.

(rh) 23.06.2016










