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Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft; Foto: INSM

INSM-Bildungsmonitor 2016: Keine Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr

Zum ersten Mal erreichen die Bundesländer beim INSM-Bildungsmonitor im Vergleich zum Vorjahr keine Fortschritte im Gesamtbild. Vor allem bei den Bildungsabschlüssen ausländischer Schüler waren bereits vor der jüngsten Flüchtlingswelle sogar Rückschritte zu beobachten. Für die Bildungsintegration der Flüchtlinge - die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre - besteht folglich dringender Handlungsbedarf. Hierfür sollten die jährlichen öffentlichen Bildungsausgaben um 3,5 Mrd. Euro erhöht werden. Zu diesen Ergebnissen kommt der Bildungsmonitor 2016 (mit 93 Indikatoren). Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) untersucht, inwieweit die Bundesländer Bildungsarmut reduzieren, zur Fachkräftesicherung beitragen und Wachstum fördern.

Sachsen, Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg liegen vorn

Über die leistungsfähigsten Bildungssysteme verfügen Sachsen, Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg. Trotzdem zeige sich auch weiterhin deutlicher Handlungsbedarf, so die Studie. So erreicht Sachsen Spitzenplätze bei der Forschungsorientierung, der Förderinfrastruktur und der Schulqualität, hat aber seit einigen Jahren einen Zuwachs an ausländischen Schulabbrechern. In Thüringen sind die Bildungsausgaben je Schüler hoch, zudem sind die Betreuungsbedingungen sehr gut. Gleichwohl hat Thüringen jedoch einen sehr hohen Anteil älterer Lehrer, die in den kommenden Jahren nur schwer ersetzt werden können. Bayern ist Spitze bei der beruflichen Bildung, bei der Vermeidung von Bildungsarmut und dem effizienten Mitteleinsatz im Bildungssystem, hat aber - ebenso wie Baden-Württemberg - nach wie vor Nachholbedarf beim Ausbau von Ganztagsplätzen. Hamburg ist zwar führend bei der internationalen Ausrichtung des Bildungssystems, aber ein hoher Anteil der Schüler erreicht nicht die Mindestanforderungen im Lesen oder der Mathematik.

Im Gesamtbild der Länder kein Fortschritt

Über einen längeren Zeitraum zeigen sich im Bildungsmonitor deutliche Unterschiede im Fortschritt der Bildungssysteme der Länder: Im Vergleich zum Basisjahr 2013 konnten das Saarland (+9,2 Punkte) und Hamburg (+7,0 Punkte) deutlich zulegen, während Schleswig-Holstein (-0,2 Punkte) sogar leicht zurückfällt. Sachsen (+0,3 Punkte) und Baden-Württemberg (+0,3 Punkte) verbesserten sich im gleichen Zeitraum nur geringfügig. Im Gesamtbild der Länder konnte im Vergleich zum vorherigen Jahr kein Fortschritt mehr erreicht werden.

"Zum ersten Mal in 13 Jahren Bildungsmonitor haben die Länder im Durchschnitt keine Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr erreicht. Vor allem bei der Integration ausländischer Schüler gibt es sogar Rückschritte - so ist die Schulabbrecherquote unter Ausländern innerhalb eines Jahres von 10,7 auf 11,9 Prozent gestiegen. Dies gibt Anlass zur Sorge, denn mit der Bildungsintegration der Flüchtlinge steht die Bildungspolitik vor einer neuen, riesengroßen Herausforderung", sagt Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM. Pellengahr weiter: "Der Bildungsmonitor zeigt, dass die Länder im Sinne des föderalen Wettbewerbs voneinander lernen könnten und müssten. Leider findet dieser Wettbewerb nur sehr eingeschränkt statt."

Studienleiter Prof. Dr. Axel Plünnecke erklärt: "Die Länder müssen der Bildung in den öffentlichen Haushalten einen höheren Stellenwert einräumen. Im Jahr 2017 werden allein rund 98.500 zusätzliche KiTa-Plätze für die Flüchtlingskinder benötigt. Dazu braucht es Lehrkräfte für rund 200.000 zusätzliche Schulkinder und ein Ausbau der Berufsvorbereitung. Im Jahr 2017 bedeutet dies zusätzliche Bildungsausgaben des Staates in Höhe von 3,5 Mrd. Euro". Plünnecke weiter: "Aus humanitärer Sicht sind diese Ausgaben für eine bessere Bildungsintegration dringend geboten. Und auch fiskalisch können sie sich langfristig über eine bessere Arbeitsmarktintegration der Flüchtlinge rechnen."

 

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