24. World Travel Monitor: Strand- und Badeurlaube stagnieren, Städtereisen steigen
Europäer haben ihre Reisegewohnheiten dieses Jahr zugunsten sicherer Destinationen geändert. Die Zahl der Strandurlaube stagnierte, während Städtereisen anstiegen. Die europäische Destinationen erzielten gemischte Ergebnisse. Insgesamt kamen 2016 weniger Besucher aus Asien nach Europa. Jedoch stehen nach schwierigen Zeiten in diesem Jahr die Vorzeichen für 2017 besser. Das sind einige der Ergebnisse des 24. World Travel Monitors, der im Rahmen des 24. World Travel Monitor Forums Anfang November in Pisa präsentiert wurde.
Demnach erhöhten sich die Auslandsreisen von Europäern in den ersten acht Monaten dieses Jahres um 2,5 Prozent an. Auslandsreisen zu Zielen innerhalb Europas verzeichneten Zuwächse von drei Prozent, da Reisende die Nähe ihres Heimatlandes bevorzugten. Die Anzahl der Reisen von Europa nach Asien nahm um nur zwei Prozent zu. Reisen nach Amerika gingen um ein Prozent zurück. Mit jeweils sieben Prozent generierten Polen und Irland das höchste Wachstum bei Auslandsreisen. Großbritannien, die Niederlande, Spanien und Dänemark legten um sechs Prozent zu, während Auslandsreisen aus Deutschland um vier Prozent anstiegen.
Die Zahl der europäischen Urlaubsreisen wuchs um moderate zwei Prozent. Besonders Besuche bei Verwandten und Freunden sowie sonstige Privatreisen ins Ausland waren sehr beliebt (ein Plus von zehn Prozent). "Das deutet darauf hin, dass in diesem Jahr eine erhebliche Zahl von Reisenden die Sicherheit einer privaten Unterkunft einer gewerblichen Unterkunftsart vorzog", kommentiert Paco Buerbaum, CEO des Beratungsunternehmen IPK International, das gemeinsam mit der ITB Berlin den World Travel Monitor veröffentlicht.
Private Unterkunft beliebt / Rückgang bei den Rundreisen
Veränderungen gab es laut der Untersuchung bezüglich der Urlaubsarten, die Europäer zwischen Januar und August 2016 bevorzugten. Die Zahl der Strand- und Badeurlaube blieb gleich, während Rundreisen einen Rückgang von fünf Prozent verzeichneten. Städtereisen 2016 hingegen weisen einen Anstieg um 15 Prozent. aus. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Reise lagen wie im Vorjahr bei 910 Euro. Dr. Martin Buck, Bereichsleiter Messe Berlin, erklärt: "Die Stagnation im Segment der Strandurlaube spiegelt die Bedenken vieler Touristen wider, Destinationen zu besuchen, die von Terroranschlägen betroffen waren. Manche Länder verzeichnen ein gutes Wachstum, während andere wirklich zu kämpfen haben. Trotzdem zeigen die Zuwächse bei Städtereisen, dass Europäer sich nicht davon abhalten lassen, Städte zu besuchen."
Spanien und Portugal sind die Gewinner
Seit Jahresbeginn haben europäische Destinationen die Schwankungen zu spüren bekommen, die aus Veränderungen im Reiseverhalten resultieren. Mittelmeerländer wie Spanien oder Portugal begrüßten mehr Touristen aus dem Ausland. Auch Großbritannien durfte sich aufgrund des schwachen Pfunds über einen Anstieg von über acht Prozent bei den internationalen Besucherzahlen freuen. Italien, Griechenland und Deutschland dagegen verzeichneten lediglich ein vergleichsweise schwaches Wachstum von ein bis drei Prozent. Des Weiteren mussten dieses Jahr nach Terroranschlägen die Türkei, Frankreich und Belgien Einbußen hinnehmen. Außerdem sank nach Angaben des World Travel Monitors die Zahl der Reisen aus Asien nach Europa um ein Prozent.
Diese Ergebnisse bestätigen auch die Zahlen der Welttourismusorganisation (UNWTO). Diese zeigen, dass sich das Wachstum im europäischen Tourismus dieses Jahr verlangsamt hat. Internationale Ankünfte wuchsen zwischen Januar und September 2016 laut dem UNWTO World Tourism Barometer um 1,6 Prozent. Damit lag der Anstieg deutlich niedriger als die positive Wachstumsrate von 4,6 Prozent im Gesamtjahr 2015.
Trends 2016 werden sich fortsetzen
Der Ausblick für Auslandsreisen von Europäern für das kommende Jahr fällt optimistischer aus. IPK International prognostiziert, dass sich die Trends von 2016 auch im kommenden Jahr fortsetzen werden. "Die Menschen werden immer noch in den Urlaub fahren, sie ändern nur die Urlaubsart und die Destinationen. Sie fahren an Orte, die sie als sicher wahrnehmen", so Buerbaum. Basierend auf dem European Travel Confidence Index, der die Reiseabsichten für das kommende Jahr misst, sagt IPK einen Anstieg von vier Prozent bei den europäischen Auslandsreisen für 2017 voraus. Die Reiseabsichten sind laut World Travel Monitor in Irland mit acht Prozent am höchsten, Dänemark und Großbritannien folgen mit einem Plus von jeweils sieben Prozent. Ebenso liegen die Werte für Finnland, Belgien, die Schweiz und Frankreich über dem Durchschnitt. Außerdem erwartet IPK International, dass die Reisen aus Deutschland sowie Russland um rund zwei Prozent wachsen werden.
Die Jahresendergebnisse des World Travel Monitors werden von IPK International Mitte März 2017 auf dem ITB Future Day des ITB Berlin Kongresses vorgestellt.
(yw) 17.11.2016










