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"Integration ist seit Langem eine durch und durch kommunale Aufgabe", sagt Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistags; Foto: Kreis Ostholstein

"Landkreise können Integration"

Die jüngste Flüchtlingswelle hat dazu geführt, dass der Anteil der zugewanderten Menschen innerhalb eines Jahres in den Gemeinden und Kommunen stark gestiegen ist. Für die Entscheider im ländlichen Raum stellt diese Tatsache eine Herausforderung dar. Wie bewältigen sie die Aufgabe, die neuen Einwohner in die hiesige Gesellschaft zu integrieren?

Der Deutsche Landkreistag (DLT), Berlin, hat sich der Thematik angenommen und in Kooperation mit dem Beratungsunternehmen Viventure, ebenfalls Berlin, die Publikation "Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen – strategische Leitlinien und Best Practices" veröffentlicht. Hauptbestandteil der Analyse sind 90 Best Practice-Beispiele aus dem ländlichen Raum sowie daraus abgeleitete Leitlinien für die dortige Integration.

Für die Studie wurden zwischen Mai und August 2016 mehr als 120 Interviews in 18 Landkreisen geführt. Zu den Gesprächsteilnehmern gehören Landräte, Integrationsbeauftragte der Landkreise, Verantwortliche für Integrationsprojekte und Flüchtlinge. Sie gaben Antworten zu den Handlungsfeldern Wohnen, Sprache, Arbeit und Ausbildung, Schule und Bildung, Ehrenamt sowie gesellschaftliches Zusammenleben.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Gemeinden und Kommunen die besten Voraussetzungen für die Einführung der Asylbewerber in die Gesellschaft mitbringen. "Sie haben die dafür passenden Verwaltungsstrukturen, sind gleichzeitig aber noch nah genug an den Menschen vor Ort", erklärt DLT-Präsident Landrat Ostholstein Reinhard Sager. Sein Fazit: "Die Landkreise können Integration."

Weiterhin stellen die Autoren der Publikation fest, dass Integration eine durch und durch kommunale Aufgabe ist, da Flüchtlinge in den Landkreisen, Städten und Gemeinden leben. "Hier finden die Sprachkurse statt, ist für Wohnungen zu sorgen und die Heranführung an den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Hier sind die ehrenamtlichen Helfer zu koordinieren, der Besuch der Kindertageseinrichtung wie der Schule zu gewährleisten und die soziale, gesundheitliche sowie familiäre Betreuung anzubieten", erklärt der DLT-Präsident weiter.

Die Analyse hat darüber hinaus ergeben, dass es nicht das eine erfolgversprechende Programm oder die eine Strategie gibt, um die ausländischen Bewohner in den Gemeindealltag zu integrieren. Das liege laut Reinhard Sager unter anderem an den verschiedenen Gegebenheiten vor Ort: "Die Landkreise sind so unterschiedlich in ihren Strukturen, dass nur ein individuelles Vorgehen gelingen kann." Deshalb sei es notwendig, dass die politischen, rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen stimmen und die kommunale Verantwortung zu stärken.

Die komplette Publikation steht hier zum Download bereit.

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Anja Lüth 28.11.2016

 

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