
Obwohl Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zum Vorjahr 10 Prozent weniger Touristen verzeichnen konnte, zählt die Destination zu den beliebtesten in Deutschland; Grafik: BAT-Stiftung für Zukunftsfragen
Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind Deutschlands beliebteste Destinationen
Die Deutschen sind 2016 am liebsten im eigenen Land verreist. Insgesamt verbrachte mehr als jeder dritte Reisende seinen Urlaub zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Anteil der Inlandsurlauber um zwei Prozentpunkte auf 34,2 Prozent. Das geht aus der 33. Deutsche Tourismusanalyse der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, Hamburg, hervor. Für die Studie wurde ein repräsentativer Querschnitt der deutschen Bevölkerung von über 4.000 Personen ab 14 Jahren in persönlichen Interviews zum eigenen Reiseverhalten befragt.
Laut Analyse konnten im innerdeutschen Vergleich konnten drei Regionen besonders viele Markanteile hinzugewinnen: Bayern (6,9 %) verzeichnet ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Schleswig-Holstein (6,1 %) verbucht einen Zuwachs von 20 Prozent und Baden-Württemberg (3,1 %) ein Plus von 15 Prozent.
Weniger Gäste als noch im Jahr 2015 verbrachten 2016 ihren Haupturlaub in Mecklenburg-Vorpommern. Dennoch bleibt Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt 6,9 Prozent der Inlandsurlauber eine der beliebtesten Ferienregionen Deutschlands.
Reisefreude der Deutschen steigt
57 Prozent der Bundesbürger unternahmen 2016 eine Urlaubsreise von wenigstens fünf Tagen Dauer. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Reiseintensität damit um drei Prozentpunkte (2015: 54 %). Als besonders reisefreudig zeigten sich hierbei die 30- bis 54-Jährigen, von denen fast zwei Drittel (65 %) eine Urlaubsreise von wenigstens fünf Tagen unternahmen (plus 4 Prozentpunkte mehr als noch 2015).
Etwa jeder vierte Reisende unternahm 2016 zwei Urlaubsreisen von wenigstens fünf Tagen Dauer; jeder zehnte war sogar dreimal oder öfter unterwegs. Hierbei zeigen sich deutliche Unterschiede beim Einkommen und Alter: 44 Prozent der reisenden Ruheständler verreisten mindestens zweimal. Bei den besserverdienenden Reisenden (Haushaltsnettoeinkommen über 3.500 EUR) waren es sogar 45 Prozent, die mehrfach ihre Koffer packten. Singles (26 %) und Familien mit Kindern (27 %) waren dagegen deutlich seltener mehr als einmal unterwegs.
Reisedauer erhöht sich ebenfalls
Zum zweiten Mal in Folge erhöhte sich die durchschnittliche Reisedauer der Bundesbürger. Nach dem Tiefpunkt im Jahre 2014 mit 12,1 Tagen stieg die Zahl der Urlaubstage vor Ort auf aktuell 12,9 Tage. Zugenommen hat hierbei nicht nur die durchschnittliche Reisedauer, auch die Anzahl der Bundesbürger, die länger als 14 Tage unterwegs waren, stieg an: Verreiste im Jahre 2015 "nur" etwa jeder vierte Reisende (26,7 %) länger als zwei Wochen, war es in der vergangenen Saison fast jeder dritte (31,3 %).
Prognose: Deutsche werden 2017 noch mehr reisen
Vieles deutet darauf hin, dass die Bundesbürger 2017 noch häufiger unterwegs sein werden als 2016, prognostiziert die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen. Eine stabile Wirtschaftslage mit einer niedrigen Arbeitslosenquote, ein starker Eurokurs und niedrige Zinsen führen zu einer wachsenden Reiselust. Fast die Hälfte der Bundesbürger (44 %) hat schon jetzt feste Reiseabsichten für das Jahr 2017. Jeder Achte plant sogar, mehr als einmal die Koffer zu packen. Dagegen sind lediglich 18 Prozent der Bundesbürger schon jetzt sicher, dieses Jahr zu Hause zu bleiben. Im Vergleich zum Vorjahr nimmt die Zahl der Nicht-Reisenden somit um drei Prozentpunkte ab (2015: 21 %). 38 Prozent der Deutschen haben sich derzeit noch nicht entschieden, ob sie 2017 in den Urlaub fahren wollen oder können.
Rebekka Hans 08.02.2017










