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Dr. Michael Frenzel ist Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft; Foto: BTW

Tourismuswirtschaft blickt vorsichtig optimistisch ins Jahr 2017

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Berlin, blickt vorsichtig optimistisch ins laufende Jahr. "Wir bewegen uns nach wie vor im Spannungsfeld zwischen herausfordernden internationalen Rahmenbedingungen und erfreulich positiven Konsumvoraussetzungen in Deutschland. Die Sicherheitslage ist in Teilen dieser Welt nach wie vor fragil. Auch die Trump-Politik der USA verunsichert die Menschen. Die Deutschen standen aber allen Unwägbarkeiten zum Trotz zum Jahreswechsel durchaus schon in den Startblöcken Richtung nächste Reise", erklärt BTW-Präsident Dr. Michael Frenzel im Rahmen der Eröffnungspressekonferenz der ITB Berlin. "Die Reallohnzuwächse und der stabile Arbeitsmarkt haben dazu geführt, dass die Deutschen so zuversichtlich wie nie ins neue Jahr gestartet sind. Und auch die Bereitschaft, Geld fürs Reisen auszugeben, war laut BTW-Tourismusindex höher als im Jahr zuvor. Die Reisekassen sind also bei vielen gut gefüllt und die Koffer gedanklich schon gepackt."

1,235 Milliarden Touristen waren im vergangenen Jahr weltweit über die Grenzen hinweg unterwegs. Laut der Internationalen Tourismusorganisation UNWTO waren dies noch einmal 3,9 Prozent bzw. rund 46 Millionen Touristen mehr als 2015. Die Deutschen waren im vergangenen Jahr fast 1,67 Milliarden Tage privat auf Reisen und erreichten damit beinahe den Rekordwert des vorherigen Jahres. Auch 2016 war jeder Deutsche somit wieder durchschnittlich mehr als 20 Tage auf Reisen. Zurückhaltender als im Vorjahr waren die Deutschen nur bei den Tagesreisen, die um rund vier Prozent zurückgingen. Das Reiseziel Deutschland hat erneut einen Übernachtungsrekord und das siebte Wachstumsjahr in Folge feiern können. Insgesamt waren es 447 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste und damit drei Prozent mehr als 2015. Inländische Gäste übernachteten drei Prozent häufiger, die Übernachtungen ausländischer Gäste legten um ein Prozent zu. Das Gastgewerbe hat fast drei Prozent mehr umgesetzt als 2015 (preisbereinigt +0,9 %). Die Flughäfen zählten rund 223 Millionen Passagiere, 3,4 Prozent mehr als 2015.

Frenzel machte aber auch darauf aufmerksam, dass die im Wesentlichen positiven Zahlen nicht über durchaus vorhandene Probleme und Sorgen in Teilen der Branche hinwegtäuschen dürfen. Als zwei Beispiele nannte er, dass der Umsatz im Gastgewerbe zwar stabil ansteige, sich dies aber aufgrund zahlreicher Zusatzbelastungen in vielen Fällen nicht in den Erträgen und Gewinnen der Betriebe niederschlage. Und es gebe zwar immer mehr Fluggäste, der Standort Deutschland entwickle sich aber im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich. Zudem gehe das Wachstum an den deutschen Airlines vorbei, im Wesentlichen profitieren ausländische Unternehmen. Der Marktanteil der deutschen Fluggesellschaften am Luftverkehr in und von Deutschland nimmt weiterhin kontinuierlich ab und ist 2016 erstmals unter 60 Prozent gesunken.

 

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