Über 300 Hochschulstandorte in den vergangenen 25 Jahren gegründet
Das starke Wachstum der Studierendenzahlen in Deutschland sorgt für immer mehr Hochschulstandorte. Eine Analyse des CHE Centrum für Hochschulentwicklung, Gütersloh, zeigt eine räumliche fast flächendeckende Abdeckung mit akademischen Angeboten. Verantwortlich dafür sind vor allem die Neugründungen von Fachhochschulstandorten.
Von den 619 Standorten deutscher Hochschulen sind mehr als die Hälfte in ihrer jetzigen Form zwischen 1991 und 2016 entstanden. 1990 gab es erst 232 der heute existierenden Hochschulstandorte. Die meisten neuen Hauptstandorte entstanden in Berlin (28 Gründungen), Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen (jeweils 27). Führend bei der Einrichtung neuer Nebenstandorte ist Nordrhein-Westfalen mit 69 Gründungen nach 1990.
Neugründungen vor allem in Berlin und Hamburg
Viele Neugründungen erfolgten in Großstädten und Ballungszentren, in denen es bereits zuvor Hochschulen gab. Hierzu zählen insbesondere Berlin und Hamburg, aber auch Köln, München und Stuttgart. Aber auch Regionen abseits der Ballungszentren profitierten laut CHE Studie von der Entwicklung. Mehr als ein Drittel aller neuen Standorte entstand in Kreisen oder kreisfreien Städten, in denen es zuvor kein Hochschulangebot gab.
Die hohe Zahl der Standorte führt laut CHE Berechnungen dazu, dass in Deutschland Studieninteressierte maximal 59 Kilometer Luftlinie zurücklegen müssen, um eine Hochschule zu erreichen. Jeder Einwohner von Thüringen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Hessen erreicht die nächste Hochschule in weniger als 40 Kilometern Luftlinie.
Für das starke Wachstum bei den Standorten sind dabei besonders die Fachhochschulen verantwortlich. 84 Prozent an allen Gründungen im Zeitraum 1991 bis 2016 betrafen diesen Hochschultyp. Hierbei dominierten besonders die nicht-staatlichen Institutionen mit einer Vielzahl an Nebenstandorten. Hatten private Fachhochschulen 1990 lediglich vier Nebenstandorte, stieg deren Zahl bis 2016 auf 116. Die Standorte in kirchlicher Trägerschaft machen bei dieser Entwicklung nur einen sehr geringen Anteil aus.
Rebekka Hans 15.03.2017









