
Städel-Kurator wird Generaldirektor der Stiftung Museum Kunstpalast; Foto: Städel Museum
Felix Krämer steht künftig an der Spitze des Düsseldorfer Museum Kunstpalast
Dr. Felix Krämer, 46, wird zum 1. Oktober 2017 Generaldirektor und Künstlerischer Leiter der Stiftung Museum Kunstpalast. In dem Düsseldorfer Ausstellungshaus folgt er auf Beat Wismer.
Die Findungskommission, bestehend aus Düsseldorf Oberbürgermeister Thomas Geisel, Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, Prof. Andreas Gursky, Prof. Katharina Fritsch, Prof. Klaus Schrenk, Georg F. Thoma und Heinrich Heil hatte sich bereits am 7. Mai einstimmig für Dr. Felix Krämer ausgesprochen. Nun hat ihn das Kuratorium der Stiftung in seiner Sitzung am 22. Juni zum Vorstand der Stiftung bestellt. Krämer erhält einen Fünfjahresvertrag. Künftig wird er gemeinsam mit dem kaufmännischen Direktor Harry Schmitz die Geschäfte der Stiftung führen.
OB Geisel erklärt zu der Personalentscheidung: "Mit seiner Erfahrung, seinen Ideen und seinem Anspruch an das Museum Kunstpalast hat Dr. Felix Krämer die Mitglieder der Findungskommission überzeugt, dass er die erfolgreiche Arbeit von Beat Wismer fortsetzen und neue Akzente setzen wird. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm." Und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe ergänzt: "Mit Herrn Dr. Krämer gewinnt die Stiftung Museum Kunstpalast einen ausgewiesenen Fachmann und erfahrenen Ausstellungskurator, der sammlungspolitisch wichtige Akzente gesetzt, vielbeachtete Sonderausstellungen kuratiert hat und das Museum Kunstpalast noch stärker als bisher in der Stadtgesellschaft verankern möchte."
Neunjährige Tätigkeit im Städel
Von 2001 bis 2008 arbeitete Krämer als Kurator in der Hamburger Kunsthalle. Seit 2008 wirkt der Kunsthistoriker als Leiter der Kunst der Moderne am Städel Museum in Frankfurt am Main. Im Rahmen seiner über neunjährigen Tätigkeit für das Frankfurter Museum hat er den Sammlungsbereich der Kunst der Moderne (1800–1945) maßgeblich erweitert und zahlreiche erfolgreiche Ausstellungen kuratiert, darunter "Ernst Ludwig Kirchner. Retrospektive" (2010), "Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst" (2012/13), "Monet und die Geburt des Impressionismus" (2015) oder "Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo" (2016/17). Aus der Mainmetropole verabschiedet er sich mit der Sonderausstellung "Matisse – Bonnard. 'Es lebe die Malerei!'", die vom 13. September 2017 bis 14. Januar 2018 im Städel zu sehen sein wird.
E.ON steigt aus dem Public-private-Partnership aus
Beim Museum Kunstpalast wird Krämer nun einen wichtigen Übergang in der Struktur des Museumshauses begleiten: Mit seiner Eröffnung am 1. September 2001 trat das Museum Kunstpalast die Nachfolge des Kunstmuseums am Ehrenhof an. Aus der städtischen Einrichtung wurde eine privatrechtliche Stiftung auf der Basis einer Public-private-Partnership (PPP) zwischen der Landeshauptstadt Düsseldorf und dem Energiekonzern E.ON, ehemals VEBA. Hinzu kamen die Metro Group und Evonik Industries AG, vormals degussa (bis 2010) als Stifter. 2016 gab E.ON bekannt, dass sich der Energiekonzen mit dem Auslaufen des Vertrages Ende 2017 aus dem PPP zurückziehen werde. In den Jahren 2018 und 2019 werde E.ON das Museum aber noch mit einem Sponsoring für zwei größere Ausstellungen unterstützen. So soll der Übergang in eine neue Struktur erleichtert werden. Nach dem Ausstieg des Energiekonzerns Eon will die Stadt Düsseldorf einspringen. Das teilte das Museum Kunstpalast zu Jahresanfang mit. Die Landeshauptstadt wolle ihren Zuschuss ab 2018 um 1,4 Millionen Euro auf 8,5 Millionen erhöhen.
Ausbau der Webpräsenz
Eine weitere Veränderung steht im Internet an: Ein wichtiger Schritt werde in nächster Zeit der Ausbau der Webpräsenz des Museum Kunstpalast sein, so die Stadt Düsseldorf. Der Besuch eines Museums beginne lange vor dem Betreten des Gebäudes. Ziel sei es, das großartige Potenzial der gesamten Sammlung auch online zugänglich zu machen und dabei Vermittlungs- und Informationsangebote zu schaffen, die den Museumsbesuch ergänzen und erweitern. Außerdem soll mit einer Verbesserung der Gebäudesituation dazu beizutragen werden, das Museum Kunstpalast weiterhin als herausragendes Ausstellungshaus auf Landeshauptstadtniveau zu positionieren.
Hinweis: Auch in der Geschäftsführung der Hamburger Kunsthalle gibt es mit Nobert Kölle einen Neuzugang.
Yvonne Wodzak 23.06.2017










