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Jugendliche sind an Politik interessiert, fühlen sich aber nicht vertreten

Für die Jugendlichen in Deutschland spielt die Politik aktuell eine große Rolle. Vor allem im Vorfeld der Bundestagswahl aber auch aufgrund der Wahlen auf Länderebene befassen sie sich unter anderem mit Themen wie der inneren Sicherheit. Allerdings haben die Heranwachsenden in weiten Teilen das Gefühl, von der Politik vernachlässigt zu werden. Zu diesem Ergebnis kommt die "Politische Jugendstudie" von dem Magazin "Bravo" (Bauer Media Group, Hamburg) und dem Marktforschungsinstitut YouGov Deutschland, Köln. Für die Analyse wurden 522 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt, die ihre Erfahrungen in Bezug auf die Politik in Deutschland schilderten.

Demnach glauben rund zwei Drittel der Befragten, dass sie eher wenig Einfluss auf die aktuelle Politik haben. Das liege vor allem daran, weil die Aufmerksamkeit der Politiker sich in erster Linie auf Rentner und Ältere richte. So befindet nur jeder Zehnte, dass die eigenen Interessen in der Politik vertreten werden. Fast 40 Prozent hingegen glauben, dass die Interessen der älteren Generation überdurchschnittlich bevorzugt werden.

Schule und Familie gehören zu den wichtigsten Informationsquellen

Und das, obwohl die minderjährigen (Noch-) Nichtwähler politisch interessiert sind. Denn rund ein Drittel informiert sich aktiv über politische Themen. Dazu werden am liebsten Info-Quellen wie der Schulunterricht (51 %), das Fernsehen (48 %) und die Familie (43 %) genutzt. Zudem greifen die Teilnehmer auf News-Apps (36 %), soziale Medien (33 %), das Radio (31 %), Websites der Tageszeitungen (25 %) und die gedruckte Tageszeitung (23 %) zu. Holger Geißler, Head of Research bei YouGov Deutschland, sagt: "Für Jugendliche bleiben Schule und das familiäre Umfeld trotz aller medialer Angebote immer noch die zentralen Knotenpunkte, um die Wichtigkeit politischer Themen zu vermitteln."

Zu den bekanntesten und beliebtesten Politikern unter den Jugendlichen zählt Angelika Merkel (CDU), amtierende Bundeskanzlerin von Deutschland. Sie gelte bei den Studien-Teilnehmern zwar als "weit weg von den Jugendlichen" und "langweilig", strahle aber Kompetenz und Sympathie aus. Im Gegensatz zu Martin Schulz (SPD), zu dem sich kein eindeutiges Bild abzeichne.

Teenager wünschen sich klarere Ansprache

Wie groß das Interesse an der Politik ist, zeigen auch die Wünsche der Befragten. Knapp 50 Prozent fordern, dass Politiker und Parteien die Interessen der Jugendlichen stärker vertreten. Darüber hinaus wünschen sie sich mehr Ehrlichkeit und Direktheit von Politikern, aber auch eine verständlichere Vermittlung der politischen Agenda. Denn nur 25 Prozent der Teilnehmer habe ein klares Bild von der Arbeit der Partei.

"Bravo"-Redaktionsleiterin Ulla Drewitz sieht insgesamt ein Versäumnis der Verantwortlichen und mahnt deshalb: "Die Politik sollte die Jugendlichen im Blick haben, denn ihre Haltung zur demokratischen Grundordnung entwickelt sich nicht erst, wenn sie als Erstwähler in den Fokus von Wahlkampfstrategien der Parteien rücken."

Die komplette Studie können Interessierte hier herunterladen.

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Anja Lüth 19.07.2017

 

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