Wie mächtig sind Influencer?
Jeder siebte Internetnutzer, der seine Social Media-Kanäle auch zur Informationssuche nach Produkten und Services nutzt, findet sie bei Influencern (14,5 %). Bei den 14- bis 17-Jährigen sind es mit 36 Prozent mehr als ein Drittel, die sich so über Produkte informieren. Das geht aus einer aktuellen Studie der Berliner Influencer Marketing-Plattform und -Software Influry hervor. Im Rahmen der Untersuchung wurden in einer bundesweiten Online-Befragung durch den Berater Goldmedia, Berlin, 1.604 Internetnutzer über 14 Jahre in Deutschland zu ihrem Informations- und Kaufverhalten über Social Media-Kanäle befragt.
Knapp ein Drittel (29 %) der Befragten gab an, dass Produktpräsentationen von Influencern im Internet für sie besonders glaubwürdig sind. Bei den 18- bis 23-Jährigen sind es 35 Prozent, bei den 14- bis 17-Jährigen 41 Prozent. Damit liegen Influencer in Sachen Glaubwürdigkeit bei Produktempfehlungen (alle Altersgruppen) vor Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln (27 %), vor Empfehlungen von Social Media-Freunden (26 %), Printanzeigen (12 %) oder TV-Spots (7 %). Glaubwürdiger sind laut der Befragten nur Empfehlungen von Freunden (63 %) und Kundenbewertungen auf Produktseiten wie Amazon oder Zalando (48 %).
In der Befragung für Influry ging es auch um die Gründe, warum sich die Onliner gerade bei Influencern über Produkte zu informieren. Demnach schätzen die Befragten vor allem das Gefühl, durch die Meinungsführer persönlich angesprochen zu werden (29 %). Des Weiteren nannten die Studien-Teilnehmer die überzeugenden Erklärungen der Vor- und Nachteile (28 %). Zudem gaben sie an, dass sich durch die Influencer-Empfehlungen leichter entscheiden zu könnten (28 %).
In der Ausgabe 6/2017 sprach die PUBLIC MARKETING-Redaktion mit Influencer Marketing-Experte Matthias Ziegenhain von der Berliner Digital-Agentur Torben, Lucie und die gelbe Gefahr.
Unter anderem fragten wir ihn, wie man die passenden Influencer denn findet?
Matthias Ziegenhain: Das Problem ist, dass die Auswahl meist sehr zahlengetrieben ist und von Fragen wie "Wen kennt man, der starke Klickzahlen hat?" oder "Wer hat hohe Reichweiten?" geprägt wird. Wir glauben, dass das nicht unbedingt ausschlaggebend ist für den Erfolg oder Misserfolg einer Influencer-Kampagne. Man sollte sich eher fragen: Wer passt zu mir als Marke oder Organisation, und wo haben wir gemeinsame Themen, an denen wir inhaltlich anknüpfen können.
Public Marketing: Aber ganz praktisch gesehen: Wie finde ich den idealen Partner?
Matthias Ziegenhain: Das ist die hohe Kunst (lacht). Vor allem durch das Beobachten. Das klingt vielleicht kryptisch, aber letztendlich funktioniert es so. Es erfordert einfach viel Recherche. Wer bewegt sich wo mit welchen Motiven?
Public Marketing: Manche benutzen dafür auch Softwarelösungen.
Matthias Ziegenhain: Richtig, die sprießen gerade wie Pilze aus dem Boden. Mithilfe von Algorithmen und Social Media-Scores will man der Recherche Herr werden. Das ist ein wahnsinnig unübersichtlicher Markt, der da gerade entsteht.
Das komplette Interview finden Interessierte in der Print-Ausgabe 6/2017, die man hier bestellen kann.
Yvonne Wodzak 31.07.2017









