ANZEIGE

59 Prozent der Befragten gaben an, dass es schwieriger zu unterscheiden sei, ob eine Nachricht von einer anerkannten Medienorganisation komme; Foto: Edelman

Edelman Trust Barometer 2018: Globale Vertrauenskrise wird zum Ringen um Wahrheit

Das Edelman Trust Barometer – die jährliche Studie von Edelman Intelligence zu Vertrauen in Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Unternehmen und Medien, die in diesem Jahr zum 18. Mal durchgeführt wurde – zeigt deutlich: Die Welt durchlebt eine Phase tiefer Verunsicherung. In 20 der 28 befragten Ländern liegt das Vertrauen auf einem niedrigen Niveau und die Verunsicherung überwiegt. Einer der wesentlichen Faktoren für den Vertrauensverlust: Fake News und die verzweifelte Suche nach echten Informationen. "Aus der Vertrauenskrise, die sich bereits aus den Ergebnissen des vergangenen Jahres ablesen ließ, ist ein Ringen um die Wahrheit geworden, das eine noch tiefere Verunsicherung in der Bevölkerung nach sich zieht und die Welt polarisiert", sagt Susanne Marell, CEO Edelman.ergo.

Aus dem anfangs teils belächelten Phänomen der Fake News ist inzwischen eine ernste Bedrohung geworden. Nahezu sieben von zehn Befragten weltweit (in Deutschland 61 %) haben Angst vor Fake News, mit denen unter anderem Wahlen manipuliert werden könnten. Gleichzeitig sagen 63 Prozent (Deutschland 54 %), dass sie nicht wissen, wie sie Falschinformationen von Qualitätsjournalismus unterscheiden sollen. Diese Verunsicherung spiegelt sich auch in den Vertrauenswerten für Medien wider. Zum ersten Mal seit Erhebung des Edelman Trust Barometers ist die Institution Medien weltweit diejenige, der am wenigsten vertraut wird.

Journalismus gewinnt an Vertrauen

Dieser Vertrauensverlust in Medien ist vor allem auf einen Rückgang des Vertrauens in Plattformen wie Suchmaschinen und Soziale Medien zurückzuführen. In 21 von 28 Ländern schwindet deren Glaubwürdigkeit. Die Gegenbewegung dazu: Journalismus, wie ihn traditionelle Medien wie Zeitungen und TV-Sender sowie seriöse Online-Medien betreiben, gewinnt deutlich an Vertrauen: global fünf Punkte auf 59 Prozent. In Deutschland klafft zwischen Journalismus (61 %) und Plattformen (40 %) eine noch größere Vertrauenslücke: 21 Punkte.

Das Edelman Trust Barometer zeigt zugleich, dass diese Aufgabe alles andere als einfach zu bewältigen ist. 66 Prozent der Menschen global (Deutschland 46 Prozent) sind der Meinung, dass Nachrichtenorganisationen mehr an einer möglichst großen Reichweite interessiert sind, als an faktischen Informationen. Für 59 Prozent (Deutschland 47 %) haben diese zudem eine politische Agenda und informieren nicht neutral über die Geschehnisse auf der Welt.

Die Glaubwürdigkeit von Journalisten legt global um zwölf Punkte auf 39 Prozent zu. In Deutschland fällt der Anstieg noch deutlicher aus: um 19 Punkte auf 45 Prozent. Zu diesem Trend passen auch die verbesserten Glaubwürdigkeitswerte für technische und akademische Experten. Technische Experten legen in Deutschland um sechs Punkte auf 60 Prozent zu, Akademiker um acht Punkte auf 57 Prozent. Zusammengefasst könnte man sagen: Die Menschen sehnen sich nach Fakten und Einordnung.

USA: Drastischer Absturz der Vertrauenswerte

Besonders deutlich zu sehen ist diese Entwicklung in den USA. Im Jahr zwei der Präsidentschaft von Donald Trump zeigt das Edelman Trust Barometer in diesem Land den dramatischsten Vertrauensverlust in der 18-jährigen Geschichte der Studie. In der allgemeinen Bevölkerung fällt der Vertrauenswert um neun Punkte auf 43 Prozent. Noch deutlicher ist der Vertrauensverlust in der informierten Öffentlichkeit, also unter Menschen mit einem Hochschulabschluss, einem überdurchschnittlichem Haushaltseinkommen sowie intensiver Mediennutzung. Das Vertrauen implodiert geradezu und bricht um 23 Prozentpunkte auf 45 Prozent ein. Das ist, zusammen mit Südafrika, der niedrigste Wert der 28 untersuchten Länder.

Vertrauenswerte in Deutschland stabil – außer in Automobilindustrie

Gegenüber den USA befindet sich Deutschland in vergleichsweise ruhigen Fahrwassern. Das Vertrauen in die Regierung steigt innerhalb der allgemeinen Bevölkerung um fünf Punkte auf 43 Prozent, ein für Deutschland guter Wert. Die Glaubwürdigkeit von Medien bleibt gleich bei 42 Prozent. Bei der Interpretation der Zahlen ist zu berücksichtigen, dass die Daten für das Edelman Trust Barometer 2018 zwischen Ende Oktober und Mitte November 2017 erhoben worden sind, also in einer Zeit, in der die Sondierungsgespräche für eine mögliche Jamaika-Koalition noch liefen.

Ein großes Problem aber hat die Automobilbranche: Das Vertrauen bricht in der allgemeinen Bevölkerung in Deutschland um 13 Prozentpunkte auf nur noch 35 Prozent ein. Noch vor dem Bekanntwerden der Abgasaffäre im Jahr 2015 lag das Vertrauen in die Automobilindustrie bei 61 Prozent. Finanzdienstleister konnten ihren Vertrauenswert steigern und damit liegt nun die Automobilbranche auf dem letzten Platz.

Den kompletten Bericht gibt es hier im pdf-Format zu lesen.
 

Aktuelle Ausgabe

5-6/2026

Marketplace

Präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre Dienstleistungen. Zum Marketplace

















Newsletter

Save the Date

Weitere Publikationen

Place Brands
Persönlichkeiten im Stadtmarketing

Social Media

Abonnement hier widerrufen

Weitere Webseiten