
Mit dem Smartphone auf Wanderschaft? 60 Prozent der Befragten zeigen sich offen für digitale Helfer; Foto: Tyler Olsen/istockphoto, Montage: BTE/DWV
Wanderer entscheiden bewusst: Orientierung mit dem Smartphone oder Digital Detox
Die Nutzung digitaler Medien für die Orientierung beim Wandern zeigt ein polarisiertes Bild: 37 Prozent der Wanderer verzichten bewusst auf Smartphone beziehungsweise GPS-Gerät, während 45 Prozent der Umfrage-Teilnehmer ihre Geräte auch während der Wanderung benutzen. Das zeigt die Studie "Digitalisierung und Wandern", für die das Tourismus- und Regionalberatungsunternehmen BTE mit Sitz in Berlin und der Deutsche Wanderverband (DWV), Kassel, rund 2.000 Personen zu ihrem digitalen Verhalten als Wanderer befragt haben.
Interesse an moderner Navigation ist da
Unverzichtbar bleiben Schilder und Wegweiser auf den Wanderrouten selbst: Für 77 Prozent ist eine Beschilderung unverändert wichtig: Die Hälfte der Befragten (49 %) wünscht sich Markierungen, Wanderkarten sind bei 46 Prozent nach wie vor beliebt. Mobile Medien sind für 38 Prozent (Smartphone-App) bzw. 36 Prozent (Internet) von Bedeutung.
Ist das eine Absage an das Smartphone im Wanderrucksack? Nicht unbedingt, denn die Studie liefert Hinweise auf ein starkes Marktpotenzial für digitale Angebote: 60 Prozent der Wanderer äußern sich aufgeschlossen für digitale Navigation. Sie stimmen der Aussage 'Navigation über moderne Technik, zum Beispiel Smartphone oder GPS: das interessiert mich, ich möchte das gern anwenden' zu.
Die Studienergebnisse geben Anregungen für erfolgreiche digitale Wanderangebot der Zukunft: Markierung und Wegweisungstafeln sind in absehbarer Zukunft für ein leistungsfähiges Wanderangebot unverzichtbar. Doch zukünftig können Wanderangebote differenziert werden, zum Beispiel physisches Routing für ein Basisangebot – ergänzt durch digitale Produkte.
Informationstool Internet – wichtig auch für ausländische Gäste
Knapp die Hälfte der Wanderer ist zudem im Internet auf die besuchte Wanderregion aufmerksam geworden. Wandern stellt gemäß aktueller Auswertungen des Qualitätsmonitors der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) auch weiterhin die beliebteste sportliche Aktivität ausländischer Urlaubsgäste in Deutschland dar. Die beiden wichtigsten Quellmärkte – die Niederlande und die Schweiz – setzen deshalb auf Video-Botschafterkampagnen beziehungsweise Aktiv-Onlinekampagnen. Während seines Deutschlandurlaubs nutzt der internationale Wandergast ebenfalls gerne das kulturelle und kulinarische Angebot der Regionen.
Ältere Wanderer wünschen sich Einkehrmöglichkeiten
Doch nicht nur Gäste aus dem Ausland freuen sich über gastronomische Angebote. Wie der Wandermonitor 2017 belegt, spielt die Möglichkeit, am Wegesrand einzukehren, eine umso größere Rolle bei der Auswahl des Weges, je älter Wanderer sind (unter 30: 22 %; über 50: 41 %). Außerdem haben zwar fast alle Wanderer Proviant bei ihren Touren dabei, dennoch sind gut 70 Prozent dieser Wanderer aufgeschlossen gegenüber anderen Verpflegungsmöglichkeiten unterwegs. Kehren Wanderer am Wegesrand ein, geben sie durchschnittlich 14 Euro pro Person aus.
Das pdf zur Studie "Digitalisierung und Wandern" gibt es hier.
Interesse an moderner Navigation ist da
Unverzichtbar bleiben Schilder und Wegweiser auf den Wanderrouten selbst: Für 77 Prozent ist eine Beschilderung unverändert wichtig: Die Hälfte der Befragten (49 %) wünscht sich Markierungen, Wanderkarten sind bei 46 Prozent nach wie vor beliebt. Mobile Medien sind für 38 Prozent (Smartphone-App) bzw. 36 Prozent (Internet) von Bedeutung.
Ist das eine Absage an das Smartphone im Wanderrucksack? Nicht unbedingt, denn die Studie liefert Hinweise auf ein starkes Marktpotenzial für digitale Angebote: 60 Prozent der Wanderer äußern sich aufgeschlossen für digitale Navigation. Sie stimmen der Aussage 'Navigation über moderne Technik, zum Beispiel Smartphone oder GPS: das interessiert mich, ich möchte das gern anwenden' zu.
Die Studienergebnisse geben Anregungen für erfolgreiche digitale Wanderangebot der Zukunft: Markierung und Wegweisungstafeln sind in absehbarer Zukunft für ein leistungsfähiges Wanderangebot unverzichtbar. Doch zukünftig können Wanderangebote differenziert werden, zum Beispiel physisches Routing für ein Basisangebot – ergänzt durch digitale Produkte.
Informationstool Internet – wichtig auch für ausländische Gäste
Knapp die Hälfte der Wanderer ist zudem im Internet auf die besuchte Wanderregion aufmerksam geworden. Wandern stellt gemäß aktueller Auswertungen des Qualitätsmonitors der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) auch weiterhin die beliebteste sportliche Aktivität ausländischer Urlaubsgäste in Deutschland dar. Die beiden wichtigsten Quellmärkte – die Niederlande und die Schweiz – setzen deshalb auf Video-Botschafterkampagnen beziehungsweise Aktiv-Onlinekampagnen. Während seines Deutschlandurlaubs nutzt der internationale Wandergast ebenfalls gerne das kulturelle und kulinarische Angebot der Regionen.
Ältere Wanderer wünschen sich Einkehrmöglichkeiten
Doch nicht nur Gäste aus dem Ausland freuen sich über gastronomische Angebote. Wie der Wandermonitor 2017 belegt, spielt die Möglichkeit, am Wegesrand einzukehren, eine umso größere Rolle bei der Auswahl des Weges, je älter Wanderer sind (unter 30: 22 %; über 50: 41 %). Außerdem haben zwar fast alle Wanderer Proviant bei ihren Touren dabei, dennoch sind gut 70 Prozent dieser Wanderer aufgeschlossen gegenüber anderen Verpflegungsmöglichkeiten unterwegs. Kehren Wanderer am Wegesrand ein, geben sie durchschnittlich 14 Euro pro Person aus.
Das pdf zur Studie "Digitalisierung und Wandern" gibt es hier.
Annika Frömel 19.03.2018









