
Rund ein Drittel würde ja nach Szenario aufs eigene Auto verzichten; Quelle: Studie "Neue urbane Mobilität: Der Wandel erfolgt jetzt", 2018, Bain & Company
Autobesitz wird in Ballungsräumen unattraktiver
Lange Staus, drohende Fahrverbote, neue Mobilitätskonzepte: Immer mehr Menschen in Ballungsräumen in Deutschland und Österreich überdenken den Besitz eines eigenen Autos. Die Studie "Neue urbane Mobilität: Der Wandel erfolgt jetzt" der internationalen Managementberatung Bain & Company, München, zeigt, dass nur noch 29 Prozent der Befragten das Auto als Statussymbol betrachten. Das sind sieben Prozentpunkte weniger als 2013. In Wien liegt dieser Wert mit 25 Prozent am niedrigsten. Abhängig vom jeweiligen Zukunftsszenario sind 17 bis 34 Prozent der Autobesitzer in den vier untersuchten Ballungsräumen Berlin, München, Rhein-Ruhr und Wien bereit, bei passenden Mobilitätsalternativen auf ein eigenes Fahrzeug zu verzichten.
Die Studien-Ergebnisse zeigen auch, dass sich die Entscheidungskriterien für die Auswahl des Verkehrsmittels in den letzten fünf Jahren weiter verändert haben: Sicherheit, Flexibilität und Verfügbarkeit sind urbanen Mobilitätskunden am wichtigsten. Während Großstädte wegen überlasteter Verkehrswege und negativer Umwelteinflüsse Fahrverbote erwägen, steigen Autofahrer zunehmend auf Carsharing oder individualisierte Mitfahrgelegenheiten um. "Bisher werden alternative Mobilitätsangebote vor allem als Ergänzung zum eigenen Auto genutzt", sagt Dr. Klaus Stricker, Bain-Partner und Co-Autor der Studie. "Doch das Umdenken ist in den Köpfen vieler Städter bereits in vollem Gang."
Seit 2013 haben insbesondere persönliche Sicherheit, Privatsphäre und Kommunikationsmöglichkeiten während der Fahrt an Bedeutung gewonnen. Verloren haben dagegen Fahrspaß und Flexibilität. Die Mobilitätskosten liegen weiterhin im Mittelfeld der Entscheidungskriterien, ihr Stellenwert hat in den letzten fünf Jahren sogar leicht abgenommen. Noch ist offen, welche Zukunftskonzepte sich durchsetzen werden. Bei neuen Mobilitätslösungen stehen die Automobilhersteller zunehmend im Wettbewerb mit Technologieunternehmen wie Waymo, Uber, Didi oder Apple.
Annika Frömel 14.06.2018









