Politiker sind risikofreudiger als Bürger
Die Mitglieder des Deutschen Bundestags sowie die Landesabgeordnete zeigen eine höhere Risikofreude auf als das deutsche Volk selbst. Zu diesem Ergebnis kommt die wissenschaftliche Langzeitstudie "Sozio-oekonomische Panel" (SOEP) vom DIW Berlin.
Demnach kamen Volksvertreter auf einer Skala von null (= gar nicht risikobereit) bis zehn (= sehr risikobereit) auf einem Wert von 6,2. Die Bürger des Landes kamen auf einen Wert von 4,7. Damit liegen die Abgeordneten noch vor den selbstständig Berufstätigen, die ihrerseits risikobereiter sind als Angestellte oder Beamte.
Die Autoren, Forschende des DIW Berlin, der Freien Universität Berlin, des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, der Technischen Universität Dortmund und des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) bewerten die überdurchschnittliche Risikofreude der Bundestagsabgeordneten positiv. "Andernfalls würden wichtige gesellschaftliche Entscheidungen angesichts der kaum überschaubaren Risiken und Gefahren oft nicht getroffen", sagt der Soziologe und Hauptautor der Studie Moritz Heß von der Technischen Universität Dortmund. "Die Folge wären Stagnation und gesellschaftlicher Stillstand."
Die Studieninitiatoren sehen allerdings keine Gefahr für die Demokratie. Denn die individuelle Risikofreude der Abgeordneten und Politikerinnen und Politiker werde durch demokratische Strukturen und parlamentarische Abläufe gebremst.









