
Als größte Herausforderung im Bereich Personal nennen 47 Prozent der deutschen Start-ups, dass keine Fachkräfte verfügbar seien; Foto: PwC
Fachkräftemangel trifft auch Start-ups
Die Wachstumseuphorie unter deutschen Start-ups hält an: Zwei Drittel der jungen Unternehmen rechnen für 2018 mit einem Umsatzzuwachs. Auch der erwartete Ausbau der Belegschaft geht in diesem Jahr langsamer voran: 2018 sind es 61 Prozent, die den Bereich Personal um durchschnittlich acht Prozent vergrößern möchten – 2017 lagen diese Werte bei 67 und 16 Prozent. Das zeigt die Studie "Start-up-Unternehmen in Deutschland 2018" der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die 1.000 Start-ups befragt wurden.
Aus den Ergebnissen geht auch hervor, dass die Personalplanung und -rekrutierung eine der größten Herausforderungen der jungen Unternehmen darstellt: 50 Prozent der teilnehmenden Unternehmen halten sie für (sehr) groß. Dabei ist die Mitarbeitersuche – vor allem wegen des Fachkräftemangels und zu hoher Gehaltsforderungen – für 62 Prozent der Befragten sehr oder eher schwierig. Gesucht werden in erster Linie Programmierer, IT-Sicherheitsexperten und Entwickler, also Berufsfelder aus dem MINT-Bereich, bei denen Start-ups mit vielen anderen Unternehmen konkurrieren.
Neben steuerlichen und rechtlichen Themen auf den Plätzen zwei und drei nennen mehr als ein Drittel der Befragten die Unternehmensfinanzierung als große Herausforderung. Dazu passt, dass sich 47 Prozent schwer damit tun, ihre Kapitalgeber von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen.
Zufrieden mit lokalem Ökosystem
Insgesamt herrscht in Deutschland eine hohe Zufriedenheit mit dem Start-up-Ökosystem. Im Schnitt sind wie im Vorjahr knapp 90 Prozent der Befragten sehr oder eher zufrieden mit ihrem Umfeld. Bei einzelnen Faktoren gibt es je nach Standort allerdings deutlichere Abweichungen: Bei der digitalen Infrastruktur sind bundesweit 89 Prozent zufrieden, in kleineren Städten 77 Prozent und im ländlichen Raum nur 66 Prozent. Ähnlich hohe Abweichungen gibt es im Bereich der wirtschaftspolitischen Initiativen. Deutschlandweit liegt die Zufriedenheit bei 71 Prozent, in Kleinstädten und auf dem Land sieht das mit 58 und 54 Prozent weniger gut aus.
Annika Frömel 13.09.2018










