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Der Anteil der Top 20-Standorte an allen digitalen Jobangeboten beläuft sich auf 52,9 Porzent; Foto: Prognos

Stadt-Land-Gefälle bei Digitalisierung erkennbar

Wie digital ist Deutschland? Im aktuellen Digitalisierungskompass punkten vor allem Großstädte: Knapp die Hälfte der 401 Kreise in Deutschland bekommt in Hinblick auf ihre digitale Struktur zwei von fünf Sternen – oder weniger. Und rund drei Viertel dieser Kreise werden dem ländlichen Raum zugeordnet. Ein bis zwei Sterne entsprechen schlechten bis weniger guten Chancen im Zuge der Digitalisierung. Unter den Top 20 finden sich aber auch fünf Landkreise, die direkte Umlandkreise von Metropolen sind. Denn Regionen im Speckgürtel der Großstädte, beispielsweise die Landkreise München, Böblingen, Main-Taunus-Kreis oder der Landkreis Erlangen-Höchstadt, profitieren vom naheliegenden großstädtischen Arbeitsmarkt und Spill-Over-Effekten.

Dies zeigt der vor kurzem veröffentlichte Digitalisierungskompass 2018 des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos und der Marktforschungsagentur Index, beide mit Sitz in Berlin. Die Studie beinhaltet die Position und die Bewertung aller 401 Städte und Landkreise der Bundesrepublik im Bereich Digitalisierung. Jede Region wurde auf Basis von zwölf Indikatoren in den Kategorien Arbeitsmarkt, Beschäftigung, Gründung, Innovation und Infrastruktur mit bis zu fünf Sternen bewertet.

Klare Vorteile für Städte beim Arbeitsmarkt

Außerdem geht aus dem Digitalisierungskompass hervor, dass städtische Kreise bei den vier Indikatoren des Auswertungsbereichs Arbeitsmarkt überdurchschnittlich hohe Werte erreichen. Sie kommen im Mittel auf 20,8 Indexpunkte beim Arbeitsmarkt digitaler Berufe. Die ländlichen Kreise erreichen hingegen nur 10,7 Punkte.

Die digitalen Arbeitsmarktaktivitäten konzentrieren sich weiterhin sehr stark auf die Top-20-Standorte im Digitalisierungskompass. Dort sind rund ein Drittel aller digitalen Impulsgeber in Deutschland beschäftigt, während lediglich 22 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland auf die besten 20 Regionen entfallen. Der Anteil der 20 führenden Standorte an allen digitalen Jobangeboten beläuft sich auf weit mehr als 50 Prozent. Das bedeutet: Mehr als jede zweite der über 478.000 Stellenanzeigen für digitale Impulsgeber in Deutschland ist in besagten Regionen verortet.

Gründungen als Motor für Digitalisierung

Start-ups und Unternehmensgründungen sind ein wesentlicher Motor der Digitalisierung sowie für die Erneuerung der Branchen- und Unternehmensstruktur. Gründungen im IT-Bereich erzeugen positive Effekte für die Digitalisierung: neue digitale Ideen, Anwendungen und Geschäftsmodelle, mehr Beschäftigung, mehr Ausbildung, mehr digitale Patente. Das zeigt sich deutlich zum Beispiel für die Städte Berlin, München, Hamburg oder Karlsruhe. Sie finden sich unter den zehn besten Standorten im Gesamtranking.

Die Digitalisierung führt bislang nicht dazu, dass periphere ländliche Regionen zu den urbanen Zentren aufschließen können. Die Agglomerationen zeigen Sogeffekte und ziehen Fachkräfte und IT-Dienstleistungen an. Je ländlicher eine Region, desto geringer sind die Digitalisierungschancen. Daraus können gerade für Hidden Champions der Industrie in ländlich geprägten Räumen Probleme erwachsen, für die es beispielsweise sehr viel schwieriger wird digitalisierungsaffine Fachkräfte zu finden.

 

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