
Die Gehälter in kommunalen Unternehmen hängen von der Firmierung und dem Jahresumsatz ab; Foto: PwC
Vergütung in kommunalen Unternehmen unterscheidet sich stark
Die Gehälter der Geschäftsführungs- und Vorstandsmitglieder kommunaler Unternehmen in Deutschland gehen weit auseinander. Besonders stark differieren sie abhängig von Firmierung (Aktiengesellschaften/GmbHs) und Jahresumsatz. Der große Vergütungsunterschied zwischen den Geschlechtern relativiert sich auf den zweiten Blick. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Vergütung in kommunalen Unternehmen 2018" (pdf) der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, Frankfurt am Main.
Die Bezahlung (Jahresgrundvergütung inklusive kurz- und langfristige variable Vergütung) liegt für kleine kommunale Unternehmen zwischen rund 50.000 und 130.000 Euro. In mittleren Unternehmen erreichen die Gehälter zwischen rund 130.000 und 170.000 Euro und bei großen kommunalen Unternehmen zwischen 170.000 und 280.000 Euro. Petra Raspels, Leiterin People & Organisation von PwC Deutschland, sagt: "Diese Zahlen zeigen klar: Je mehr Umsatz ein kommunales Unternehmen erwirtschaftet, desto höher wird die Unternehmensführung vergütet. Wir halten das grundsätzlich für gerechtfertigt, da ein höherer Umsatz meist auch mehr geführte Mitarbeiter und eine erhöhte Komplexität bedeuten."
Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen geringer
Ein weiteres wesentliches Studienergebnis betrifft die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen: "Männer bekommen auf den ersten Blick eine im Median rund 30 Prozent höhere Direktvergütung als Frauen", so Raspels. Unter Berücksichtigung der Unternehmensgröße reduziere sich der Vergütungsunterschied der Geschlechter allerdings deutlich. Frauen sind zudem deutlich unterrepräsentiert: Lediglich zehn Prozent der Studienteilnehmer sind Frauen. Sie arbeiten fast ausschließlich in den Führungsorganen kleiner und mittlerer Unternehmen. In den Führungsetagen großer kommunaler Organisationen sind sie noch kaum vertreten.
Variable Vergütung nimmt zu
Die Analyse hat zudem ergeben, dass inzwischen mehr als 30 Prozent der Befragten eine variable Vergütung mit einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage erhalten. Arne Ferbeck, Co-Autor der Studie, sagt: "Die zunehmende Verbreitung langfristiger variabler Vergütungsbestandteile zeigt, dass die Topmanager immer öfter auch an der nachhaltigen Unternehmensentwicklung gemessen werden." Bei AGs sind variable Vergütungsbestandteile generell noch weiter verbreitet als bei GmbHs.
An der Studie teilgenommen haben mehr als 270 Geschäftsführungs- und Vorstandsmitglieder. Die am meisten repräsentierten Unternehmensgruppen sind Versorgungsunternehmen (49 %), Wohnungsunternehmen (24 %) und Verkehrsunternehmen (14 %). 88 Prozent der Umfrageteilnehmer vertreten GmbHs; die übrigen vertreten Aktiengesellschaften.
Annika Frömel 24.01.2019










