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Wettbewerb "Land und Leute" zeichnet Kirchen aus, die als zentrale Begegnungsorte funktionieren

Die Belebung der deutschen Innenstädte ist ein Dauerthema, aber wie sieht es auf den Dörfern aus? Früher kam der Dorfkirche eine große Bedeutung als Versammlungsort zu. Aber wie kann sie auch heute den Dorfkern beleben? Lösungen werden durch den Wettbewerb "Land und Leute" der der Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg, aufgezeigt.

Die Stiftung suchte mit ihrem nunmehr vierten bundesweiten Wettbewerb "Land und Leute" nach Beispielen dafür, wie Kirchen oder Klöster weiterhin als zentrale Orte und Begegnungsräume in kleinen Gemeinden bestehen können. Neue Konzepte für eine veränderte oder ergänzte Nutzung können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, neue Chancen für die Entwicklung des Arbeitens, Lebens und Wohnens in kleinen Gemeinden zu eröffnen.

Insgesamt gab es diesmal 202 Wettbewerbseinsendungen. Aus Sicht der Jury bewältigen zwei Beispiele die Herausforderung, Kirchen auch in Zukunft eine zentrale Rolle im Alltag und im Ortsbild des Dorfes zu geben, in besonders bemerkenswerter Art und Weise. Beide Gewinner erhalten ein Preisgeld von jeweils 7.500 Euro. Zum einen die katholische Kirche in Kehrum (500 Einwohner, Kalkar, Landkreis Kleve): Der Preis würdigt die Integration der Räumlichkeiten des Pfarrheims in die Kirche in Kehrum. Entstanden sei ein mit neuem Leben gefüllter Treffpunkt für die kirchliche, aber auch die politische Gemeinde, der in seiner multifunktionalen Qualität sowohl spiritueller wie sozialer Mittelpunkt des Dorfes sein kann, heißt es in der Beschreibung des Preisträgers. Zum anderen die evangelische Kirche in Rosenhagen (40 Einwohner, Perleberg, Landkreis Prignitz): Deren wieder errichteter Turm bietet mit einem modernen Multifunktionsraum und sanitären Einrichtungen ein neues, den bestehenden Kirchenraum ergänzendes Nutzungsspektrum als lebendiges Dorfzentrum. Geplant sind musikalische Veranstaltungen, Angebote der sowohl der Kirchen- als auch der Ortsgemeinde sowie die Nutzung als Winterkirchenraum.

Darüber hinaus gab es zwei Auszeichnungen, die je mit 5.000 Euro dotiert und acht Anerkennungen, die jeweils mit 1.500 Euro dotiert sind.

Zum Hintergrund: Zum Wettbewerb der Wüstenrot Stiftung konnten alle Arten der Veränderungen an Kirchengebäuden von der Modernisierung, Erweiterung, Verkleinerung bis zur Umnutzung eingereicht werden. Besonderes Interesse gilt dabei allen Formen einer damit verbundenen Überführung der in kleinen Gemeinden traditionell vorhandenen Gemeinschaft in neue Formen von gemeinsamer Identität und sozialer Nachbarschaft. Dazu kann der Erhalt von Infrastruktur und Nahversorgung gehören oder lokale Kooperationen zur Stärkung der örtlichen Attraktivität oder neue Dienstleistungsangebote rund um die Sicherung der Lebensqualität in kleinen Gemeinden, beispielsweise rund um Bildung, Kunst und Kultur. Die anschließende Dokumentation soll andere Kommunen und deren Bewohner/-innen anregen und ermuntern, vergleichbare eigene Wege zu gehen. Eine Übersicht der ausgezeichneten Gemeinden, der Jurymitglieder und der Auswahlkriterien finden Interessierte hier.


 

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