
Durchschnittlich ist die Verständlichkeit der Landtagswahlprogramme in Brandenburg mit 8,2 Punkten etwas größer als in Sachsen (7,5 Punkte); Foto: Universität Hohenheim
Wahlen in Brandenburg und Sachsen: Wahlprogramme oft schwer verständlich
Bandwurmsätze mit bis zu 83 Wörtern, Begriffe wie "Nachtbeleuchtungsvorrichtungen" oder Fachwörter wie "Nano-Degrees": Die Wahlprogramme der Parteien zu den Landtagswahlen in Brandenburg und in Sachsen sind für viele Laien unverständlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse (pdf) von Kommunikationswissenschaftlern der Universität Hohenheim in Stuttgart. Mit Hilfe einer Analyse-Software untersuchen die Experten die Programme und ordnen sie in den "Hohenheimer Verständlichkeitsindex" ein, der von 0 (schwer verständlich) bis 20 (leicht verständlich) reicht.
Im Durchschnitt ist die Verständlichkeit der Landtagswahlprogramme in Brandenburg mit 8,2 Punkten etwas größer als die Verständlichkeit der Landtagswahlprogramme in Sachsen (7,5 Punkte). Das formal verständlichste Wahlprogramm in Brandenburg liefert die SPD mit 10,0 Punkten auf dem Hohenheimer Verständlichkeitsindex. Auch 2014 hatte sie dort den ersten Platz belegt. Ihr folgt die CDU mit 9,3 Punkten. In Sachsen schafft es die CDU mit 8,6 Punkten an die Spitze, die SPD folgt mit 8,0 Punkten. Die AfD belegt in beiden Bundesländern den letzten Platz (7,1 Punkte in Brandenburg und 6,4 Punkte in Sachsen). Aus sprachlicher Perspektive sind ihre Programme am unverständlichsten.
Verständlichkeitshürden schließen Leser aus
"Build-Operate-Transfer" (FDP Brandenburg), "Melioration" (Grüne Brandenburg), "Multimorbidität" (Linke Brandenburg) oder "Prädatoren-Managementplan" (SPD Brandenburg): Die Programme der Parteien enthalten zahlreiche Fremd- und Fachwörter. Vor allem für Leser ohne politisches Fachwissen stellen diese eine große Verständlichkeitshürde dar.
Annika Frömel 27.08.2019









