Museen vor Wiedereröffnung: neue finanzielle Belastungen entstehen
In der Corona-Krise zeigen sich viele Museen sehr kreativ. Um mit ihren Besucher*innen weiterhin in Verbindung zu bleiben, bieten unter anderem virtuelle Touren durch ihre Häuser an und entwickeln spezielle Instagram-Aktionen oder Hör-Angebote auf ihren Websites. Nun steht fest, dass die Museen bald wieder Besucher*innen empfangen dürfen - allerdings unter strengen Auflagen. Der Deutsche Museumsbund begrüßt die ersten Maßnahmen zur Öffnung der Museen in den Bundesländern. Entscheidend dabei ist die Umsetzung und Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln. Der Verband ist überzeugt, dass Museen bei einer schrittweisen Wiederöffnung der Kultureinrichtungen eine Vorreiterrolle einnehmen können. Denn "sie verfügen über zahlreiche Erfahrungen im Besuchermanagement und können mit Hilfe verantwortungsvoller Maßnahmen eine Öffnung unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln gewährleisten", so der Deutsche Museumsbund. Eine Liste mit möglichen Maßnahmen steht auf der Website des Verbandes zur Verfügung. Im Fokus stehen dabei die Eindämmung des Coronavirus sowie der Schutz der Besucher*innen und des Personals.
So prüft beispielsweise derzeit das Museum Barberini in Potsdam die Voraussetzujngen für eine Wiedereröffnung. Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini, erklärt dazu: "Wir haben einen Hygieneplan und Konzepte für die Regulierung der Besucherströme erstellt. Damit wir einen möglichst sicheren Ausstellungsbesuch gewährleisten können, benötigen wir dennoch Zeit, um die notwendigen Schutzvorkehrungen für das Haus anzupassen. Wir hoffen, die Monet-Schau in Kürze für Besucher wieder zugänglich machen zu können. Über den genauen Termin informieren wir sobald wie möglich."
Die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen für eine verantwortungsvolle Öffnung der Museen, bedeute für die Häuser eine zusätzliche finanzielle Belastung, so der Deutsche Museumsbund. Einem erhöhten Personalbedarf, um Abstands- und Hygieneregeln umsetzen zu können, geringeren Einnahmen bei reduzierten Besucherzahlen sowie dem Ausfall von Veranstaltungen müsse Rechnung getragen werden. Der Verband fordert die Politik sowie die Träger daher auf, die Museen bei einer schrittweisen und sorgfältig organisierten Wiedereröffnung zu unterstützen und damit die kulturelle Grundversorgung der Bevölkerung dauerhaft zu ermöglichen.
Yvonne Wodzak 22.04.2020









