Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft analyisiert Auswirkung der Corona-Pandemie auf die Branche
Das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes, Berlin, hat gemeinsam mit der Prognos AG ein Papier herausgegeben, indem erläutert wird, wie stark die Kultur- und Kreativwirtschaft von der Corona-Pandemie betroffen ist. Denn aufgrund einer Vereinbarung der Bundesregierung und der Bundesländer wurden viele kulturelle Einrichtungen am 16. März 2020 vorübergehend geschlossen, was zu Umsatzausfällen für Unternehmen und Selbstständige führte. Zusammengenommen schätzen die Initiatoren der Studie, dass in der Kultur- und Kreativwirtschaft in einem mittleren Szenario Umsatzeinbußen von 21,7 Milliarden Euro, in einem gravierende Szenario geschätzte Einbußen von 39,8 Milliarden Euro entstehen werden.
Blick auf die einzelnen Branchen
Demnach wird in der Musikwirtschaft damit gerechnet, dass Selbstständigen und Unternehmen aufgrund der flächendeckenden Absage von Veranstaltungen und Events ein großer Teil des jährlichen Umsatzes verloren geht. Zudem geht das Kompetenzzentrum davon aus, dass auch nach Aufhebung der Maßnahmen keine schnelle Besserung der Situation zu erwarten ist. Ein Grund sind die Vorlaufzeiten im Planungsprozess der Veranstaltungen zu sehen, zudem ist eine Reserviertheit seitens des Publikums zu erwarten. In Zahlen: Es werden Umsatzeinbußen von 2,5 (mittlerer Verlauf) bis 5,1 Milliarden Euro (gravierender Verlauf) erwartet. Das entspricht 29 bis 59 Prozent der jährlichen Umsätze.
Die Filmwirtschaft ist ebenfalls stark betroffen. Denn die Kinoveranstaltungen und Filmproduktionen sind voraussichtlich noch bis Ende Juli und Ende August abgesagt beziehungsweise angehalten. Auch nach Ende der Krise geht das Kompetenzzentrum nicht von einer schnellen Normalisierung aus. Deutschlandweit wird damit gerechnet, dass die Filmwirtschaft 33 bis 72 Prozent des jährlichen Umsatzes einbüßen wird (insgesamt etwa 3,4 bis 7,3 Milliarden Euro).
Im Buchmarkt werden Umsatzeinbußen von 2,5 bis 4,5 Milliarden Euro erwartet. Dies entspricht 19 bis 34 Prozent des jährlichen Umsatzes. Der Großteil der Verluste wird bei Buchverlagen und Unternehmen des Einzelhandels (z.B. Buchläden) vermutet. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels rechnet bei Ladenschließung für jeden Monat mit Umsatzausfällen von rund einer halben Milliarde Euro.
Besonders hart treffen kann die Krise zudem Selbstständige und Unternehmen aus dem Kunstmarkt und den darstellenden Künsten. Nahezu alle Beschäftigten dieses Teilmarkts werden von Umsatzausfällen betroffen sein und 35 bis 75 Prozent ihrer jährlichen Umsätze verlieren. Dies betrifft selbstständige Künstler*innen, Varietés und Kleinkunstbühnen sowie Kulturunterrichtsbetriebe wie Tanzschulen. Sie sind in vielen Fällen auf Auftritte und Veranstaltungen angewiesen. Durch die Absage dieser Veranstaltungen bricht der Umsatz dieser Berufsgruppen temporär fast vollständig weg. Im Kunstmarkt wird erwartet, dass 31 bis 64 Prozent der Umsätze dieses Jahres ausfallen.
Bei der Rundfunkwirtschaft wird angenommen, dass Hörfunkveranstalter und Fernsehveranstalter deutlicher unter der Corona-Pandemie leiden werden als ursprünglich vermutet. Die Rund- funkwirtschaft wird mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mindestens bis September 2020 mit rück- läufigen Werbeeinnahmen konfrontiert sein. Die Umsatzeinbußen werden in diesem Teilmarkt im mittleren Szenario auf knapp 1,1 Milliarden Euro (entspricht 10 % der jährlichen Umsätze) und 1,9 Milliarden Euro (17 %) im gravierenden Szenario geschätzt.
Das komplette Papier finden Interessierte hier.










