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Kommunikation von Bund und Ländern während Corona-Krise oft unverständlich

Die Corona-Pandemie hat ein hohes Informationsbedürfnis unter den Bundesbürger*innen zur Folge. Die Bundes- und Landesregierung geben deshalb seit März fortlaufend Pressemitteilungen und FAQ-Antworten heraus, um die Menschen über die staatlichen Schutzmaßnahmen und den Status Quo der Krise zu informieren.

Doch wie verständlich sind diese Aussendungen von Bund und Ländern? Dieser Frage sind die Universität Hohenheim in Stuttgart und das österreichische Beratungsunternehmen clavis in einer Studie nachgegangen. Untersucht wurden insgesamt 512 Pressemitteilungen der beiden Bundesregierungen sowie 3.451 FAQ-Antworten der deutschen Bundesregierung und der Landesregierung, die im März und April 2020 veröffentlicht wurden.

Deutsche Ministerien kommunizieren zu kompliziert

Die Studienintiatoren, die für die Untersuchung den Hohenheimer Verständlichkeitsindex einsetzten (0 = schwer verständlich; 20 = leicht verständlich), kamen zu dem Ergebnis, dass die Pressemitteilungen der deutschen Bundesministerien relativ unverständlich (HIX = 7,1) sind. Die FAQ-Antworten der Ministerien waren etwas verständlicher (HIX = 8,8). Allerdings werde es den Leser*innen in beiden Fällen erschwert, die Informationen aufzunehmen.

Am besten schneidet das Finanzministerium ab. Der Verständlichkeitsindex der Pressemitteilungen liegt bei 10,0. Die letzten Plätze belegen das Verkehrs- und das Justizministerium (HIX = jeweils unter 5,0).

Bei den FAQ-Antworten konnten das Auswärtige Amt (HIX = 15,6) und das Gesundheitsministerium ( 12,3) gute Werte erziehen. Das Wirtschaftsministerium kam nur auf einen Index von 6,0 und das Arbeitsministerium auf 5,8.

Österreich im Vergleich nur minimal besser

Im Vergleich dazu sind die Pressemitteillungen der österreichischen Bundesministerien etwas verständlicher (HIX = 8,4). Das Gesundheitsministerium Österreichs erreichte einen Verständlichkeitsindex von 9,8, das Justizministerium einen Wert von 9,5. Das Ministerium für Landwirtschaft, Region und Tourismus bildet mit einem HIX von 4,9 das Schlusslicht.

Viele Verstöße gegen Verständlichkeitsregeln

Der Grund für die zum Teil unverständlichen Pressemitteilungen und FAQ-Antworten sind die Verstöße gegen Verständlichkeitsregeln. Sie finden sich in allen untersuchten Text-Arten gleichermaßen. Die häufigsten Fehler sind Fremd- und Fachwörter, die nicht erklärt werden, zusammengesetzte Wörter und lange "Monster- und Bandwurmsätze".

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Anja Lüth 29.07.2020

 

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