Leipzig als "barrierefreie Stadt" ausgezeichnet

Die Gewinner des Wettbewerbs "Barrierefreie Stadt"
Schwerin ist von der Stiftung Lebendige Stadt, Hamburg, und dem Bundesfamilienministerium als "barrierefreie Stadt" ausgezeichnet worden (Preisgeld: 15.000 Euro). Vorangegangen war ein europaweiter Wettbewerb, bei dem etwa 150 Städte und Gemeinden aus dem In- und Ausland teilnahmen. Stiftung und Ministerium hatten Projekte gesucht, die die Eigenständigkeit, Mobilität und Teilhabe aller Menschen am öffentlichen Leben fördern. Neben dem Siegerkonzept würdigte die Fachjury das beispielgebende Engagement für Barrierefreiheit der Städte Bayreuth (Franken), Furth (bei Landshut), Luxemburg, Sosnowiecz (Polen) und Taunusstein (Hessen). Förderer des Stiftungspreises ist die Deutsche Bahn AG.
Den ersten Preis teilen sich gleich zwei Projekte aus der Landeshauptstadt Schwerin. Die Stiftung würdigt mit dem 1. Preis die Arbeit des gemeinnützigen Haus der Begegnung Schwerin e.V. (gegr.1996). Es ist ein Beratungs- , Kommunikations- und Begegnungszentrum, in dem Menschen mit Behinderungen, Erwerbslose, Kinder, Jugendliche und Senioren Rat und Hilfe erhalten, soziale Kontakte knüpfen und sich kulturell betätigen können. Die Angebote werden inzwischen von jährlich 25.000 Bürgern der Stadt wahrgenommen. Haus der Begegnung Schwerin hat auch einen wichtigen Beitrag zur Bundesgartenschau 2009 geleistet. Alle Menschen sollten ungehinderten Zugang zu dieser Ausstellung haben - insbesondere auch solche mit Mobilitäts-, Gehör- und Sehbehinderungen. Dazu hat der Verein die Planer und Geschäftsführung der BUGA frühzeitig mit Experten zur Barrierefreiheit zusammengeführt. Im Ergebnis führte das dazu, dass die BUGA erstmals umfassend barrierefrei gestaltet wurde. Die vielfältigen Erfahrungen aus diesem Projekt hat der Verein anderen Städten zur Verfügung gestellt.
Die Stiftung zeichnete zudem das Schweriner Amt für Stadtentwicklung aus. Auf Initiative der ansässigen Bewohner und Akteure sollte bei der Neuentwicklung des Schweriner Stadtteils Neu Zippendorf darauf geachtet werden, dass dieser barrierefrei wird. Dazu wurde 2000 die Arbeitsgruppe "Barrierefreiheit" gegründet. Die Aufgaben der AG bestehen in der Begutachtung aller Wohnumfeldplanungen bezüglich Barrierefreiheit, der Beseitigung von Barrieren im Stadtteil und der Erarbeitung eines Leitfadens für eine bürgerfreundliche und behindertengerechte Straßenraumgestaltung. Die Jury würdigte darüber hinaus, "dass die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raumes fester Bestandteil der Stadtentwicklung geworden ist und somit Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben der Menschen vor Ort."
(yw) 07.09.2012









