Knappe Mehrheit der Deutschen blickt optimistisch in die Zukunft
Etwas mehr als die Hälfte der Bundesbürger*innen (51 %) ist zuversichtlich, wenn sie an das Jahr 2021 denken. Dies kann auf die angelaufene Immunisierung gegen das Corona-Virus zurückzuführen sein, die nicht nur für die Deutschen, sondern die ganze Weltbevölkerung ein Weg aus der Pandemie darstellt. Vor allem die über 65-Jährigen zeigen sich zuversichtlich (59 %). Die mittleren Altersgruppen sind hingegen mehrheitlich angstvoll, denn nur 36 Prozent blicken optimistisch ins Jahr 2021. Dies geht aus der ersten Ausgabe des aktuellen "Zukunfts-Monitor" hervor, den die Stiftung für Zukunftsfragen mit Sitz in Hamburg veröffentlicht hat.
Bundesbürger*innen erwarten Rezession
Der Stiftung für Zukunftsfragen zufolge wird die Arbeitslosenquote in Deutschland bei knapp sechs Prozent liegen, das ist ein Prozent mehr als im Jahr 2019. Obwohl der Wert für 2020 vergleichsweise hoch ist, ist es noch nicht der höchste in den vergangenen 15 Jahren: 2015 betrug der Wert 6,4 Prozent, 2010 waren es 7,7 Prozent und 2005 sogar 11,7 Prozent. Zudem wird davon ausgegangen, dass das Bruttoinlandsprodukt für 2022 einen Anstieg um fünf Prozent verzeichnen wird. Trotz dieser Zahlen erwarten drei von vier Bürger*innen (77 %) zunehmende wirtschaftliche Probleme für Deutschland im Jahr 2021. Insbesondere Frauen und 40-59-Jährige (jeweils 82%) zeigen sich pessimistisch.
Politikervertrauen weiterhin auf niedrigem Niveau
Aktuell müssen die Politiker*innen zahlreiche schwierige Entscheidungen treffen, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen und dadurch wieder zur Normalität in der Gesellschaft zu kommen. Die verordneten Maßnahmen wie der aktuelle Lockdown treffen weitestgehend auf Zustimmung bei den Bundesbürger*innen. Für das kommende Jahr ist allerdings davon auszugehen, dass das Politikervertrauen wieder sinkt. Das erwarten 77 Prozent der Studienteilnehmer*innen. Dies sei darin begründet, dass sich viele nicht verstanden oder abgeholt fühlen und das Gefühl haben, es gehe den Politiker*innen mehr um die eigene Inszenierung als um die konstruktive Lösung von Problemen.
Einen gewissermaßen positiven Effekt hat das sinkende Vertrauen in Politik und Wirtschaft allerdings: Denn dadurch rücken die Menschen wieder näher zusammen. Doch dieses neue Zusammenwachsen ist fragil. Denn die aktuellen Kontaktbeschränkungen haben der Stiftung zufolge negative Auswirkungen auf das gesamtgesellschaftliche Miteinander. So erwarten zwei Drittel ein zunehmendes Auseinanderdriften der Menschen in Deutschland.
Weitere Informationen zum Zukunfts-Monitor
In der ersten Ausgabe hat sich die Stiftung für Zukunftsfragen außerdem mit den Hoffnungen und Sorgen, den Konsumwünschen und dem Sinn des Lebens beschäftigt. Diese Ergebnisse sind auf der Website zukunftserwartungen.de zu finden. Geplant ist, dass die Plattform im Verlauf der kommenden Monate und Jahre sukzessive wachsen soll und Themen von A wie "Arbeit" bis Z wie "Zusammenhalt" behandeln wird.









