Nordrhein-Westfalen rechnet mit Halbierung der Tourismuszahlen für 2020
Im Jahr 2019 verzeichnete Nordrhein-Westfalen das zehnte Jahr in Folge einen Gäste- und Übernachtungsrekord. Die Beherbergungsbetriebe und Campingplätze meldeten 24,3 Millionen Gäste und 53,3 Millionen Übernachtungen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist diese positive Entwicklung jedoch gestoppt worden. Aktuellen Hochrechnungen von Tourismus NRW zufolge verbuchten die Betriebe im Jahr 2020 10,9 Millionen Gäste und 28,1 Millionen Übernachtungen. Das entspricht einen Rückgang von rund 55 beziehungsweise 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Vor allem die städtetouristischen Destinationen mussten starke Rückgänge verzeichnen. Der Grund ist vor allem in der Absage von Veranstaltungen und Events zu sehen, die normalerweise eine Vielzahl an internationalen und Business-Gästen lockte. Düsseldorf zum Beispiel muss ein Minus von 63 Prozent hinnehmen. Ländliche Regionen waren während der Öffnung des Tourismus stärker gefragt. Das Sauerland verbuchte ein Minus von 34 Prozent bei den Übernachtungen.
Ebenso unterschiedlich waren die Entwicklungen bei den Unterkunftsformen. Während Angebote wie Camping oder Ferienwohnungen lediglich zehn Prozent weniger Übernachtungen hinnehmen mussten, waren es bei den Hotels rund 54 Prozent weniger. Gruppenunterkünfte wie Hütten und Jugendherbergen verzeichneten 70 Prozent weniger Übernachtungen.
Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart sagt: "Die Tourismusbranche leidet stark unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Besondere Rückgänge gab es beim Messetourismus, der von den Lockdown-Maßnahmen nahezu das ganze Jahr über betroffen war. Auch in den kommenden Monaten dieses Jahres ist hier mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Wir stehen in engem Austausch mit der Branche und unterstützen dort, wo wir können. Dies gilt auch mit Blick auf eine baldige Wiederöffnung und die Entwicklung neuer Angebote. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Tourismus nach dem Lockdown schnell wieder an Fahrt aufnehmen wird und die Branche im laufenden Jahr wieder Fuß fasst."










