
Ausschnitt aus dem Video "Wir Metaphysiker" vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg; Foto: Hamburger Kunsthalle
Hamburger Kunsthalle verbündet sich mit Schauspielhaus, Thalia Theater und Ensemble Resonanz
Wie für eine Ausstellung Aufmerksamkeit generieren, wenn die Museumspforten schon wieder geschlossen sind? Eine Frage, mit der sich derzeit zahlreiche Museen beschäftigen. Die Hamburger Kunsthalle hat sich nun anlässlich der aktuellen Ausstellung zu Giorgio de Chirico (1888–1978) "De Chirico. Magische Wirklichkeit" etwas einfallen lassen und sich mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg, dem Thalia Theater und dem Ensemble Resonanz erstmals in einer künstlerischen Kooperation verbunden. Ganz im Sinne der Arte Metafisica (metaphysische Kunst), die de Chirico zusammen mit seinem Bruder Alberto Savinio als eine grenzübergreifende Art des Denkens, des Erlebens und des künstlerischen Ausdrucks in Malerei, Musik und Poesie entwickelte, beziehen sich Künstler*innen der Theater und des Streichensembles auf das Werk de Chiricos in einer Reihe von Videos.
Aufgrund der Corona-bedingten Schließung der Hamburger Kulturinstitutionen ist auch die Kunsthallen-Ausstellung mit einer verlängerten Laufzeit bis zum 24. Mai 2021 derzeit nur digital über zahlreiche Online-Angebote zu entdecken. Die unwirklich menschenleeren Räume einer Ausstellung mit Werken voller Rätsel nutzen die Schauspieler*innen und Musiker*innen als Bühne einer magischen Wirklichkeit. Das Kooperationsprojekt trägt den Namen "Im Gehirn des Kindes" – bezogen auf eines der Hauptwerke der Ausstellung. Insgesamt sind sieben Filme entstanden.
Das Deutsche SchauSpielHaus produziert vier Videos, die allesamt in der Ausstellung gedreht wurden. Das Thalia Theater erweitert die surrealen Bilderwelten der Ausstellung in die Stadt hinein. Das Ensemble Resonanz wiederum versetzt de Chiricos Bildwelten mit der Musik von Anton Webern und Cassandra Miller auf die urbane Bühne - in ein Bistro oder ins Millerntorstadion.Auf der Website der Hamburger Kunsthalle werden alle Videos ab circa Mitte April 2021 gebündelt präsentiert. Bereits jetzt sind drei Videos online abrufbar. Jeweils eine Arbeit ist ab sofort auch bei den beteiligten Institutionen über deren Websites zu erleben – weitere Videos sollen auch dort sukzessive eingestellt werden.
Yvonne Wodzak 31.03.2021










