
Das gesundheitliche Risiko sowie die wirtschaftliche Existenz belastet die Studierenden nicht so sehr wie die fehlenden sozialen Kontakte; Foto. Studentenrabatt.com
Studierende klagen über fehlende soziale Kontakte
Zu Bekämpfung des Corona-Virus sind die Bürger*innen angehalten, ihre Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren. Das hat große Auswirkungen auf alle Zielgruppen, unter anderem auf die Studierenden. Denn eine Vielzahl von ihnen absolviert das Studium aktuell von Zuhause aus durch Online-Vorlesungen. Die Campus-Service GmbH, Köln, und das Start-up Studentenrabatt.com Service GmbH, Gelsenkirchen, haben die aktuelle Situation der Studierenden unter die Lupe genommen und untersucht, welchen Einfluss die Pandemie auf das studentische und private Leben der Zielgruppe hat. Es wurden 2.600 Studierende befragt.
Demnach belasten die fehlenden sozialen Kontakte die Studierenden. Das gaben 73 Prozent an. Im Vergleich dazu: In der Erhebung des Campus-Monitors im März 2020 war das bei 40 Prozent der Fall. Zwar sind die Studierenden viel in den sozialen Medien unterwegs, jedoch können einer großen Mehrheit zufolge diese die persönlichen Kontakte nicht kompensieren (90 %). Insgesamt sind die Studierenden recht unzufrieden. Vor allem mit der Politik. Denn zwei Drittel der Teilnehmer*innen gab an, dass sie sich nicht von der Politik wahrgenommen fühlen.
In der Studie wurde auch danach gefragt, wie die Studierenden ihre aktuelle Studienzeit vor dem Hintergrund der Pandemie einschätzen. Rund 37 Prozent gaben an, dass sich ihre Zeit an der Universität oder Hochschule verlängern wird (91 % rechnen mit +1 oder +2 Semester). Ein weiteres Drittel kann noch nicht sagen, ob es zu einer Verlängerung kommen wird. Doch insgesamt wünschen sich fast alle Teilnehmer*innen (92 %) eine Verlängerung der Regelstudienzeit.
Wann die Bildungseinrichtungen wieder vollständig auf Präsenzveranstaltungen umstellen können, ist noch nicht klar. Insgesamt zehn Prozent halten es für angebracht, wenn das bereits im Sommersemester geschehen würde. 46 Prozent der Befragten finden es zu früh und 44 Prozent halten eine flexible Lösung für sinnvoll.
Stefan Hönnemann, Geschäftsführer von Studentenrabatt.com, sagt: "Die Ergebnisse zeigen die schwierige Situation der Studierenden auf unterschiedlichen Ebenen. Neben den fehlenden sozialen Kontakten, die vielen Studierenden schwer zu schaffen macht, wird die Verlängerung der Studienzeit zukünftig bei vielen Studenten zu neuen Problemen führen. Für die Politik sollte es ein Weckruf sein, wenn mehr als zwei Drittel der Befragten sich von der Politik nicht wahrgenommen fühlen und nur ein Prozent mit der Politik sehr zufrieden ist. Eine Verlängerung der Regestudienzeit könnte eine Maßnahme sein, um verlorenes Vertrauen wieder herzustellen. Dass soziale Medien als Kompensation für die fehlenden persönlichen Kontakte in so hohem Maße versagen, hat uns überrascht. Für alle Studierenden, vor allem auch für die Erstsemester, bleibt zu hoffen, dass möglichst bald ein mannigfaltiges Campus-Leben wieder möglich ist."









