Wissenschaft im Dialog geht mit Crowdfunding-Plattform online
Eine Recherchereise, ein Computer, ein Kleingerät oder ein Mitarbeiter für kurze Zeit: Oft braucht es nicht viel Geld für ein Forschungsprojekt. Ein aufwändiger Förderantrag lohnt sich da kaum. Um kleinen Projekten eine schnelle und unkomplizierte Chance zu geben, startet Wissenschaft im Dialog mit Unterstützung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft die erste deutschsprachige Crowdfunding-Plattform für die Wissenschaft: www.sciencestarter.de. Die Plattform ist für Projekte aus Wissenschaft und Forschung, aber auch aus der Wissenschaftskommunikation geöffnet.
"Sciencestarter ist für Wissenschaft im Dialog vor allem deshalb spannend, weil damit die direkte Kommunikation zwischen Forschern und Förderern über das Web 2.0 gefördert wird", sagt Markus Weißkopf, Geschäftsführer der Wissenschaft im Dialog gGmbH. "Die Öffentlichkeit hat mit der Plattform die Möglichkeit, schon vor dem Start des Projekts über Social Media Feedback zu geben und Fragen zu stellen. Und meist kann man dann durch die Dankeschöns der Forscher noch einen ganz exklusiven Blick hinter die Kulissen der Wissenschaft werfen."
Das Prinzip: Eine junge Maschinenbau-Ingenieurin etwa stellt ihre Projektidee auf die Website, beschreibt sie mit Texten, Bildern und einem Kurzvideo, definiert das benötigte Budget und legt einen Finanzierungszeitraum fest. Sie aktiviert ein Netzwerk, sammelt Fans und Feedback und verbessert im Austausch mit möglichen Geldgebern ihre Projektbeschreibung. Ist eine bestimmte Anzahl von Fans erreicht, gelangt das Projekt in die Finanzierungsphase. Jetzt gilt es, möglichst viele tatsächliche finanzielle Unterstützer zu gewinnen.
Ist die Finanzierung geglückt, erhalten die Supporter ein – je nach Unterstützungssumme – festgelegtes Dankeschön: Zum Beispiel die Nennung in einer Publikation, ein exklusives Treffen mit dem Projektstarter oder eine persönliche Postkarte von der Recherchereise. Wird das Budgetziel nicht erreicht, geht das Geld, wie beim Crowdfunding üblich, wieder an die Unterstützer zurück.
Gemeinsam finanzieren können Wissenschaftsbegeisterte beispielsweise einen Zuschuss zu einer Recherchereise des Immunologen Christian Stern vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung oder den Aufbau einer Versuchsanlage zur Trennung von Pferdemist für die Energiegewinnung der Energie- und Umwelttechnikerin Saskia Oldenburg von der Technischen Universität Hamburg-Harburg.
Die technische Umsetzung erfolgte durch die Startnext Network GmbH.
Agneta Melzer 23.11.2012









