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INSM-Städteranking 2012: München ist Niveausieger, Magdeburg Dynamiksieger

München ist vor Stuttgart und Münster Niveausieger des neunten Städtevergleichs der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche (WiWo). Der Dynamiksieger wiederum heißt in diesem Jahr Magdeburg (Abb. Rathaus Magdeburg, Foto: Tim Krieger). Danach folgen die Städte Oldenburg und Kassel.

Das aktuelle Ranking wird von Wissenschaftlern der IW Consult auf Basis von mehr als 90 sozioökonomischen Indikatoren  erstellt. Während der Abstand von München zum restlichen Feld des Niveauvergleichs groß ist, liegen die drei Erstplatzierten im Dynamikvergleich dicht beieinander.

München punktet mit der niedrigsten Arbeitslosenquote im Vergleich, dem größten Wohlstand sowie der höchsten Einkommensteuerkraft aller 50 Städte. Die bayerische Hauptstadt hat den geringsten Anteil an ALG-II-Empfängern und die nach Freiburg wenigsten privaten Schuldner. Das – gepaart mit hoher öffentlicher Sicherheit (die wenigsten gemeldeten Straftaten im Vergleich) – zeugt von einer gesunden Sozialstruktur. Der im Vergleich höchste Gewerbesaldo zeugt von einem überdurchschnittlichen Gründungsgeschehen. Vor allem im IT-Bereich entstehen hier neben Berlin nach einer Studie von Bitkom die meisten Start-ups.

Sieger des Dynamikvergleichs ist Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg. Nirgendwo verbesserte sich die Arbeitslosenquote so stark wie dort: Sie sank zwischen 2006 und 2011 um 7,2 Prozentpunkte. Allerdings verweist Niveaurang 40 darauf, dass der Aufholprozess längst nicht abgeschlossen ist. Überdurchschnittlich (um 41,8 Prozent, Rang 6) ist in Magdeburg die Einkommensteuerkraft gestiegen, die ein Indikator für die Wohlstandsentwicklung ist.

Henning Krumrey, stellvertretender Chefredakteur der WirtschaftsWoche, kommentiert: "Gründe für die positive Entwicklung Magdeburgs sind in der Konzentration auf traditionelle Maschinenbau-kompetenzen zu finden. Der international erfolgreiche Windkraftanlagenhersteller Enercon zählt hier zu den größten Arbeitgebern. Aber auch bei den Neurowissenschaften profitiert der Standort von einer engen Verknüpfung der Wirtschaft mit spezialisierten Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Hier ist Magdeburg längst nicht mehr nur verlängerte Werkbank."

Und wie macht sich die Hauptstadt Berlin? Leider nicht so gut. Trotz guter Dynamik (Gesamtrang 9): In vielen Bereichen kommt Berlin nicht aus dem "Niveaukeller".  Die Spree-Metropole befindet sich auf dem viertletzten Platz. Dafür punktet Berlin  aber mit einer außergewöhnlich hohen Gründungsdynamik, diese spiegelt sich in einem überdurchschnittlich hohen Gewerbesaldo wider. Unter den Top Ten ist Berlin beim Beschäftigungswachstum mit einem Plus von 12,5 Prozent und der Verbesserung der Arbeitsplatzversorgung (plus 6,5 Prozentpunkte). Doch offenbar gelingt es der Hauptstadt nicht, Milieus mit verfestigter Arbeitslosigkeit und Sozialproblematik an die Aufwärtsentwicklung heranzuführen. Die Arbeitslosenquote ist mit 13,3 Prozent die Zweithöchste im Großstadtvergleich, die Zahl der Arbeitslosengeld-II-Empfänger liegt mit 12,4 Prozent so hoch, wie sonst nirgendwo.

Alle Ergebnisse des Städtevergleichs 2012 gibt es unter www.insm-staedteranking.de.

 

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