
Eine Fachplanung und ein Beratungszentrum sollen dabei helfen, dass Sachsen für Mountainbike-Fahrer*innen interessanter wird - Foto: Thommy Weiss / pixelio
Sachsen auf dem Weg zum Mountainbike-Reiseziel
Der Freistaat Sachsen hat ein konkretes Maßnahmenpaket vorgestellt, mit dem sich das Bundesland zu einem grenzübergreifenden Mountainbike-Reiseziel in Deutschland entwickeln will. Ziel ist es, sich gegenüber anderen Reisedestinationen, die diese Radfahrer*innen ebenfalls anvisieren (z.B. Graubünden, Schottland, Sölden), behaupten zu können. "Der Freistaat bietet mit seinem Mittelgebirgsraum dafür beste Voraussetzungen. Das große Potenzial zeigen bereits jetzt die Erfolge des Stoneman Miriquidi, des TrailCenters Rabenberg oder der Bikewelt Schöneck. Auch die im Juli eröffnete Blockline im Osterzgebirge wird sicher daran anknüpfen", sagt Sachsen Tourismusministerin Barbara Klepsch. Sie sieht vor allem für den ländlichen Raum Chancen, Zentren für einen naturnahen und fitnessorientierten Tourismus zu werden.
Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die kürzlich vorgestellte Mountainbike-Fachplanung in Form eines praxisorientierten Handbuchs. Dieses soll nicht nur bei der Planung konkreter Maßnahmen unterstützen, sondern auch als Orientierung bei der Konzeption und Umsetzung neuer Angebote dienen. Die Umsetzung des Projekts, das durch das Förderprogramm "Tourismus" des Ministeriums über den Landestourismusverband Sachsen mit rund 71.000 Euro gefördert wird, soll bis 2030 umgesetzt werden. Die Fachplanung zum Mountainbike-Tourismus in Sachsen wurde vom LTV Sachsen in Abstimmung mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus in Auftrag gegeben. Erstellt hat sie das Leipziger Unternehmen absolutGPS, das der geoSports-Tec GmbH zugehört, einer Unternehmensgründung aus der Universität Leipzig. Der Prozess wurde von einem Fachbeirat begleitet, an dem neben kommunalen Vertretern und Tourismusfachverbänden auch das Sächsische Umweltministerium, der Sachsenforst, Mountainbike-Anbieter, der ADFC e.V. sowie die Sächsische Landesstelle für Gesundheitsförderung e.V. beteiligt waren.
"Im Sinne der gezielten Förderung der touristischen Infrastruktur freut es uns, mit der Fachplanung Mountainbike-Tourismus und dem neu geschaffenen Beratungszentrum ein solides Instrumentarium für die Entwicklung des Mountainbike-Tourismus in Sachsen an der Hand zu haben", erklärt Thomas Kunack, Vizepräsident des LTV Sachsen. "So können Kommunen und Initiativen unterstützt werden, wenn es um komplexe Planungsverfahren und Beteiligungen geht. Unser Ziel ist es, die bestehenden Angebote kreativ weiter zu entwickeln und klug mit neuen zu ergänzen. Dabei spielt auch die Zusammenarbeit mit unseren europäischen Nachbarn eine große Rolle, denn Tourismus kennt keine politischen Grenzen."
Im Fokus der Fachplanung stehen die fünf Schwerpunktregionen Vogtland/Fichtelgebirge, Erzgebirge/Mirquidi mit Tschechien, Sächsische-Böhmische Schweiz mit Tschechien, Lausitzer Gebirge mit Tschechien und Polen sowie das Lausitzer Seenland. Dem LTV zufolge eigenen sie sich durch ihre strukturellen und naturräumlichen Gegebenheiten für die Etablierung verschiedener Mountainbike-Angebote.
Beratungszentrum als Informationsstelle
Außerdem hat das neue Mountainbike-Beratungszentrum für Sachsen seine künftigen Aufgaben vorgestellt. Das Zentrum wird vom Sächsischen Tourismusministerium eingesetzt, um die Reiseregionen und Kommunen im Freistaat zu unterstützen. Dazu gehört, Informationen und Arbeitshilfen vorzuhalten und Themen wie den Schutz von Wald und Natur mit allen Akteuren zusammenzuführen. Für die Arbeit des Beratungszentrums stellt das Sächsische Tourismusministerium im aktuellen Doppelhaushalt rund 200.000 Euro zur Verfügung.









