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Deutsche sind unzufriedener mit digitalen Verwaltungsdienstleistungen

Die aktuellen Ergebnisse der Studie "eGovernment Monitor 2021", die die Initiative D21 und die Technische Universität München jährlich durchführen, stehen zur Verfügung. Und sie zeigen ein ernüchterndes Bild für die digitale Verwaltung: Denn die Bürger*innen in Deutschland setzen nicht wie erhofft immer häufiger auf digitale Verwaltungsleistungen, sondern eher weniger.

Demnach nahmen in den vergangenen zwölf Monaten etwas mehr als die Hälfte der Onliner*innen (52 %) solche Angebote in Anspruch. Im Jahr 2020 wurde noch ein Wert von 54 Prozent ermittelt. Damit bildet Deutschland nach wie vor da Schlusslicht unter den drei untersuchten Ländern Österreich (76 %) und Schweiz (60 %).

Zudem nahm die Zufriedenheit mit dem aktuell verfügbaren Online-Angebot in den Städten und Kommunen deutlich ab. In Deutschland betrug der Rückgang 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr (62 %). Doch auch die Länder Österreich und Schweiz verzeichneten schlechtere Werte (-13 bzw. -8 %) in diesem Bereich. Zwar empfinden 66 Prozent die digitale Abwicklung von Behördenleistungen als Erleichterung gegenüber dem Gang zum Amt und 70 Prozent können sich vorstellen, zukünftig öfter Behördengänge digital durchzuführen.

Insgesamt sind die Ansprüche an die digitale Verwaltung gestiegen. Das betrifft die Zuverlässigkeit der Systeme, die einfache Bedienbarkeit, die Aktualität der Angebote und die Auffindbarkeit benötigter Informationen. Nur zwei von fünf Bürger*innen sind der Meinung, dass während der Pandemie ausreichend viele Möglichkeiten zur digitalen Abwicklung angeboten wurden.

Dr. Markus Richter, Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik und Staatssekretär im Bundesinnenministerium, kommentiert die Ergebnisse: "Die Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger an den digitalen Staat steigen kontinuierlich. Wer im Alltag ganz selbstverständlich online einkauft und Bankgeschäfte per App erledigt, erwartet mit Recht auch solche niedrigschwelligen Angebote vom Staat. Dafür arbeiten wir intensiv an mehreren Baustellen. Ein zentraler Baustein ist die Smart eID, eine besonders komfortable Variante der Online-Ausweisfunktion auf dem Smartphone. Zudem bauen wir Nutzerkonten, die miteinander sprechen, und vernetzen die Verwaltungsportale von Bund und Ländern. Dabei investieren wir gezielt in die Qualität der Angebote."

Bundesländer unter der Lupe

Ein Blick auf die deutschen Bundesländer zeigt die deutlichen Unterscheide. In Hamburg werden digitale Verwaltungsangebote von 62 Prozent der Menschen genutzt, in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Sachsen hingegen nur von 49 Prozent. Berlin und Bremen kommen auf 57 bzw. 56 Prozent, die Flächenländer liegen bei durchschnittlich 52 Prozent (Thüringen + Brandenburg: jeweils 56 %)

Am zufriedensten sind die Hamburger*innen (59 %) und die Bremer*innen mit der digitalen Verwaltung. Thüringen hingegen weist nur eine Quote von 40 Prozent auf. Im Schnitt ist die Zufriedenheit in den Stadtstaaten und den Flächenländern auf ähnlichem Niveau (Stadtstaaten: 50 %, Flächenländer 47). Dies liegt vor allem an der unterdurchschnittlichen Zufriedenheit in Berlin, die bei nur 44 Prozent liegt.

Zur Studie: Für die Analyse "eGovernment Monitor 2021" wurden 7.851 Menschen in Deutschland online befragt (Österreich: 1.002, Schweiz: 1.004). Sie steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat und wird durchgeführt von Kantar.

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Anja Lüth 20.10.2021

 

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