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Den Start des Hauses für kulturelle Begegnungen markierte das Leuchtturmprojekt "Farbe bekennen", das zusammen mit dem Street-Art-Künstler Christian Awe realisiert wurde - Foto: Evelyn Kastner

Bundeskulturpreis geht an Grevelsberg

Der diesjährige Stiftungspreis der Stiftung Lebendige Stadt, Hamburg, wurde digital vergeben. Insgesamt 256 Städte aus dem In- und benachbarten Ausland hatten sich beworben, die öffentliche, bislang zu wenige beachtete und genutzte Räume während des Corona-Lockdowns Kulturschaffenden zur Verfügung gestellt haben. Als Gewinner ging Grevelsberg hervor. Die Stadt konnte ein Preisgeld von 15.000 Euro einstreichen.

Die westfälische Stadt hat in der Innenstadt ein Haus für kulturelle Begegnungen geschaffen. In dem ehemaligen Kaufhaus werden die städtische Musikschule und eine Bücherei einziehen. Bis dahin wird das Gebäude während der Umgestaltung für die Bürger*innen erlebbar gemacht: Das Haus kann zum Beispiel für Kunstausstellungen, Konzerte, Lesungen oder als Drehort kostenlos genutzt werden. Ermöglicht wird dies durch die Zusammenarbeit lokaler Vereine, Unternehmen, Kultureinrichtungen und der Verwaltung.

Drei weitere Städte erhielten im Rahmen der Preisverleihung Anerkennung und ein Preisgeld in Höhe von jeweils 1.000 Euro:

  • Die Stadt Lichtenstein verwandelte sich für drei Monate in eine Open-Air-Kunstgalerie. Mit dem Projekt "Funkel-Fenster" inszenierten das ansässige Helmnot Theater und die Wunderräume GmbH leerstehende Schaufenster und Ladengeschäfte. Die in den "Funkel-Fenstern" integrierten interaktiven Angebote wie Märchenrätsel, Singen oder Leseaufgaben nutzten Familien genauso wie Schulen und Kindergärten.
  • Die Stadt Lünen veranstaltete "Balkonkonzerte": Künstler*innen traten in Innenhöfen, Gärten, auf Wiesen oder Parkplätzen auf. Das städtische Kulturbüro und die Koordinierungsstelle Altenarbeit ermutigten die Kulturschaffende via Zeitung und Radio, zielgerichtete und kurze Programme zu entwickeln, die an ungewöhnlichen Orten vorgetragen werden konnten.
  • Die Stadt Witten entwickelte innovative und hybride Kulturangebote. Dazu zählt der neu geschaffene Denk- und Möglichkeitsraum. In einem Experimentierlabor erproben das Kulturforum Witten und der Verein Werkstadt neue Formen der Zusammenarbeit mit den Bürger*innen. Als Labore dienen ungenutzte Räume und Flächen in der Stadt, die als öffentliche Orte neu entdeckt und bespielt werden.

Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender Stiftung Lebendige Stadt, sagt: "Kunst und Kultur sind wichtig für die Identitätsstiftung, Wertevermittlung, Integration und Inklusion. Umso wichtiger ist es, dass wir auch in dieser herausfordernden Zeit Kulturschaffenden helfen, dass sie ihrer Arbeit nachgehen können und wir Möglichkeiten schaffen, ihre Arbeiten einem breiten Publikum zugänglich zu machen."

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Anja Lüth 10.11.2021

 

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