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Besuchszahlen in Museen brachen 2020 stark ein

Das Jahr 2020 war gekennzeichnet von Corona-bedingten Lockdowns im Frühjahr und Spätherbst. Diese führten zu monatelangen Schließungen der Museen in Deutschland – die Schließzeiten schwankten zwischen 96 (Thüringen) und 118 Tagen (Schleswig-Holstein). Eine Erhebung des Instituts für Museumsforschung, Berlin, hat nun gezeigt, wie groß die negativen Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus' auf die kulturellen Einrichtungen waren.

Laut der Umfrage verzeichneten die deutschen Museen im Jahr 2020 rund 33,6 Millionen Besuche. Im Vergleich zum Jahr 2019 war das ein Rückgang um 69,9 Prozent. Zum Hintergrund: Für die Umfrage wurden 6.484 Institutionen angeschrieben, 45 Prozent meldeten ihre Besuchszahlen. Auch die Besuchszahlen in den Ausstellungshäusern gingen zurück. Für 2020 wurden knapp 2,4 Millionen Besuche verzeichnet – 57,1 Prozent weniger als im Vergleich zu 2019. Insgesamt 505 Einrichtungen wurden angeschrieben, von denen sich 60 Prozent diesbezüglich äußerten.

Generell waren diejenigen Museen, die Sonderausstellungen durchführten, allerdings sehr aktiv. 1.449 Museen meldeten insgesamt 3.599 Sonderausstellungen, durchschnittlich fanden also 2,5 Ausstellungen pro Haus statt. 11,6 Prozent der Ausstellungen wurden digital präsentiert, und 2,1 Prozent waren sogar rein digitale Ausstellungen. 36 Prozent rund 4.000 antwortenden Museen gaben zudem an, ihre digitalen Aktivitäten insgesamt ausgeweitet zu haben. Sie haben nicht nur bereits bestehende Angebote ins Netz verlagert (13 %), sondern in vielen Fällen auch neue digitale Inhalte und Medien entwickelt (20 %), oder ihre Social-Media Aktivitäten intensiviert (25 %).

Dr. Patricia Rahemipour, Direktorin des Instituts für Museumsforschung, sagt: "Obwohl die Museen mindestens drei Monate nicht für die Öffentlichkeit öffnen konnten, waren sie doch immer da. Sie haben die Zeit genutzt, um mit ihren Sammlungen zu forschen und zu arbeiten und innovative, oftmals digitale Angebote zu entwickeln. Die Krise hat der Digitalisierung zu einem unglaublichen Schub verholfen."

David Vuillaume, Geschäftsführer des Deutschen Museumsbundes, ergänzt: "Nach dem ersten Schock haben die Museen extrem gut reagiert. Sie haben sich von Anfang an als umstellungsbereit und umstellungsfähig erwiesen. Das zeigt sich auch daran, wie professionell und proaktiv mittlerweile mit den Herausforderungen umgegangen wird und wie sehr die Pandemieerfahrung die aktuellen Diskussionen zur Zukunft und gesellschaftlichen Relevanz von Museen prägt."

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Anja Lüth 17.12.2021

 

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